Kaum kommt mal ein Horrorstreifen aus der Schweiz und dazu auch noch in 3D, wird sofort der Vergleich zu amerikanischen Slashern ins Spiel gebracht, welcher völlig hinkt, da diese sich mittlerweile eher untereinander kopieren als mit Innovationen zu punkten.
Eher zu berücksichtigen ist das vergleichsweise geringe Budget und die Tatsache, dass die überwiegend jungen Mimen etwas krampfhaft versuchen Hochdeutsch zu sprechen, wodurch einige Dialoge doch etwas merkwürdig anmuten.
Am Ende sind es acht junge Leute um Valerie (Sabrina Reiter), die einen Ausflug ins Jura-Gebirge im Nordwesten der Schweiz unternehmen, um im Wald halluzinogene Pilze zu naschen. Doch als einer kurz darauf mit blutigem Gesicht bewusstlos aufgefunden wird und ein Unwetter aufzieht, schlägt es die Gruppe zu einem einsam gelegenen Jägerhof, wo das eigentliche Grauen auf sie wartet…
Tatsächlich bringen die Dialoge von Anfang ein einen Schmunzelfaktor ins Spiel, da die Darsteller wahrscheinlich eher Schweitzerdeutsch sprechen und sich hier tierisch abmühen, ihre Mundart abzulegen, obgleich zuweilen ein leichter Dialekt durchschimmert.
Hat man sich daran gewöhnt, funktioniert das Setting der Naturkulisse recht gut und auch die dunklen Vorzeichen mit einem Jäger in stummer Begleitung, der obligatorischen Autopanne und dem plötzlich einsetzenden Unwetter schüren die unheilvolle Stimmung.
Leider sind die Figurenzeichnungen etwas oberflächlich ausgefallen, zumal einige Typen nicht sonderlich gut voneinander zu unterscheiden sind, vor allem in der überwiegend dunklen Umgebung. Lediglich ein paar Eifersuchtsattacken und kleine Machtspielchen kennzeichnen das Vorspiel, bevor es auf dem scheinbar verlassenen Bauernhof zur Sache geht.
In diesem Kontext punkten vor allem die variable Kamera, der sorgfältige Schnitt und der durchweg sensibel eingebettete Score, welcher die beklemmende Grundstimmung merklich erhöht. 3D-technisch gibt es demgegenüber nicht allzu viele nennenswerte Einsätze, - ein knapp über die Kamera fliegender Begrenzungspfeiler und ein heraus gestochener Augapfel bleiben allerdings in Erinnerung.
Das kreative Morden hält sich indes in Grenzen, obgleich sich sämtliche Effekte sehen lassen können. Es wird mit der Zange, der Machete und dem Messer zugeschlagen, zwei Finger werden abgetrennt, einer fängt Feuer und am Ende kommt es zu zwei parallel stattfindenden Zweikämpfen, die den Showdown insgesamt recht kurzweilig erscheinen lassen, zumal der anschließende Twist zwar durch einen Genrebeitrag aus Irland schon einmal da gewesen ist, sich hier aber recht stimmig ins Gesamtbild fügt.
Das nicht gerade üppige Budget sieht man der Produktion weder handwerklich noch darstellerisch an, denn die Mimen kommen größtenteils glaubhaft rüber und bringen zum Teil einen recht eigenen Charme mit, mal abgesehen von den sprachlichen Barrieren.
Die Schauplätze sind gut gewählt, für eine düstere Atmosphäre wird vor allem im Mittelteil gesorgt, während im letzten Drittel Spannung und einige kleine Splattereinlagen dominieren.
Das ergibt insgesamt eine sehenswerte Mischung für Freunde des Slashers, mit den üblichen Abstrichen wie unterentwickelte Figurenzeichnungen, einem etwas zu langen Vorspiel und manch irrationalen Verhaltensweisen, jedoch einigen recht spannenden Momenten und einer durchweg effektiven Grundstimmung.
6,5 von 10