Review

Auch der Mondofilm teilt sich in diverse Unterkategorien auf. Ende der siebziger Jahre realisierten die zwei Größten des italienischen Exploitationkinos Bruno Mattei und Joe D´Amato sogenannte "Sexmondos", die dem Zuschauer  Eigenheiten bzw. "Perversionen" aus aller Welt präsentieren sollten.  "Emanuelle e le porno notti nel mondo n. 2" (dt. Alle Perversionen dieser Welt) ist einer dieser Filme.

Bedauerlicherweise gibt es von diesem Film sehr wenige Veröffenlichungen, sodass ich mich mit einer italienischen Videofassung zufrieden geben musste. Nun zählt Italienisch leider nicht zu den Sprachen, die ich beherrsche. Aus diesem Grund beschränkt sich meine Rezension zum einen auf die visuelle Ebene und zum anderen auf den Versuch einen groben Eindruck zu vermitteln.

Wie in den meisten Mondos ist bei "Emanuelle e le porno notti nel mondo n. 2" ein Sprecher bzw. in diesem Fall eine Sprecherin tätig. Es handelt sich dabei um niemand anders als Laura Gemser, die auch in diesem Film in diversen Zwischensequenzen ihre entblößten Brüste zur Schau stellt. Man bekommt Joe D´Amatos Muse unter anderem mit einer weiteren Gespielin vor dem Kamin zu sehen. Jedes mal leitet sie eine neue "Perversion" ein.

In diesem Genrebeitrag sind alle Szenen eindeutig gestellt worden. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich einige der geschilderte Praktiken für durchaus realitätsnah halte.
Zwei Szenen bleiben mir besonders in Erinnerung. Asiatische Ärzte schneiden den sehr kleinen Penis eines Mannes ab, um ihn durch ein größeres Exemplar zu ersetzen(1). Ältere Damen bestaunen einen jungen Bodybuilder, der auf der Bühne posiert. Dabei bewegen sich die Frauen auf ihren Stühlen auf und ab, da auf jeder Sitzgelegenheit ein Phallus fixiert ist(2). Durch ihren expliziten Charakter bleibt die erste Szene im Gedächtnis. Die zweite Szene kommt im Gegenteil weitaus humorvoller rüber.

Somit lässt sich "Alle Perversionen dieser Welt" nicht als reine Shockumentary auffassen, da viele Szenen auch einen komödiantischen Aspekt besitzen. Ob das so von den Machern intendiert war, kann ich mit meinem Wissensstand nicht beantworten. In diesem Kontext liegt auch das Hauptproblem von "Alle Perversionen dieser Welt"; er kann kein Publikum völlig befriedigen, da sich Schockumentary-Fans sicherlich mehr grafische Gewalt wünschen und Exploitationfans den zum Teil lächerlichen Humor nicht gutheißen können. Natürlich besitzt der Film auch seine sleazigen Momente, die jedoch recht überschaubar bleiben.

Nein, das Machwerk von Bruno und Joe ist wahrlich nicht gut. Auch viele Exploitation- und Mondofans werden Probleme bekommen positive Aspekte an diesem Film auszumachen. Richtig empfehlen würde ich "Alle Perversionen dieser Welt" nur den allerhärtesten Allesguckern und Komplettisten.

Nur 4/10

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