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Ende der achtziger Jahre lebt Aung San Suu Kyi mit ihrem Ehemann, dem britischen Wissenschaftler Michael Aris, und den beiden Söhnen glücklich in Oxford, England. Der Schlaganfall ihrer Mutter lässt sie in ihr Heimatland Birma zurückkehren, das gerade von schweren Unruhen erschüttert wird. Regimegegner bitten Suu Kyi, die als Tochter eines Volkshelden sehr populär ist, den Vorsitz der neu gegründeten Partei für ein demokratisches Birma zu übernehmen, trotz Drohungen und Gewalt.

Auch wenn man förmlich die Liebe und die Sorgfalt in dieser Biographie spürt, konnte ich mit Lady nicht so richtig warm werden. Kann natürlich auch daran liegen, das ich die burmesische Friedensnobelpreisträgerin als notorischer Kulturbanause gar nicht kannte und so auch nicht wirklich eine Beziehung zu der Figur aufbauen. Aber auch der Film selbst hat so seine Schwächen. Ich weiß beispielsweise nicht so wirklich, ob Luc Besson für dieses Projekt unbedingt der geeignetste Mann war. Seine Stärken liegen doch mehr im actionlastigen Bereich, obwohl er zumindest bei Leon gezeigt hat, das ihm auch die leiseren Töne nicht ganz fremd sind, aber für so ein durchgehend schwergewichtiges Drama fehlt ihm doch ein wenig das entsprechende Händchen.
Ohne es eben beurteilen zu können gehe ich jetzt einfach mal davon aus, das sich Lady stark an der Realität orientiert hat. Wir steigen ein in die Vergangenheit bei der Ermordung des Vaters und gleichzeitig dem Zeitpunkt an dem Tempojunkies den Kinosaal verlassen sollen, denn die Geschichte zentriert anschließend sehr die Privatperson Aung, ihrer Familie, der politischen Zerrissenheit gegen die Diktatur, den Hausarrest der Militärs und natürlich der etwas kitschigen finalen Entscheidung. Zur Wahl stehen den kranken Mann und Kinder in England zu besuchen, dann aber nie wieder in die Heimat zurückkehren zu dürfen, oder aber den politischen Kampf konsequent weiterzuführen, dafür aber die Familie dadurch quasi im Stich zu lassen.
Dabei gefallen die Darsteller wirklich gut. Michelle Yeoh merkt man deutlich an, das sie sich Zeit genommen hat mit der Person und den Umständen ihres Lebens vertraut zu machen. An ihr liegt es jedenfalls nicht, das die über zwei Stunden Laufzeit doch oft gefährlich lang werden. Zu oft wird das familiäre Hickhack etwas zu lang ausgebreitet, ohne das daraus so etwas wie ein Konflikt entsteht. Ich war jedenfalls nicht wirklich traurig als dann doch der Abspann kam.
5/10

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