Wenn das titelgebende Diner für die Kannibalen immer so mickrig ausfällt, dürfte das Aussterben der seltenen Spezies besiegelt sein. Regisseur Frank W. Montag legte mit seinem Debüt "Slasher" schon keinen guten Genrestreifen hin, doch sein zweiter unterschreitet das Niveau nochmal deutlich und in fast allen Belangen.
Die Models Kati, Tanja und Celine wollen sich zum Camping im Wald treffen, doch Kati verfranzt sich mitten im Wald und lässt sich das Cabrio klauen, während die beiden anderen nach der vermeintlichen Trödlerin suchen. Derweil erreicht Kati ein ehemaliges Fabrikgelände, auf dem sie sich nicht allein befindet...
Selten täuscht der erste Eindruck eines Werkes und damit ist nicht das leicht trashige Cover gemeint. Bereits die ersten Minuten untermauern eine unsäglich amateurhafte Optik, laienhafte Mimen und eine Geschichte, die ideenloser kaum vorgetragen werden könnte.
Keine Figureneinführung, austauschbare Kulissen und später noch als zusätzlicher Nervfaktor das stetige Geflenne in prekären Situationen.
Als es mit dem Verschwinden der ersten beiden Opfer losgeht, ahnt man schon, wie blutleer der Rest verlaufen dürfte. Einzig eine Leiche ist kurz im Bild zu sehen, ansonsten hacken und zerteilen die Menschenfresser grundlegend im Off. Dilettantisch erscheint auch die Aufmachung der Monster, obgleich einer vom voluminösen Körperumfang her gut in die Rolle passt. Fette Latexmasken und blau angemalte Haut sorgen indes für pures Kopfschütteln, lediglich ein kleines Mädchen ist einigermaßen aufgestylt. Das tiefe Grunzen geht zwar okay, doch wirkliche Konfrontationen sieht man kaum und wenn dann in anfängerischer Zeitlupe im Halbdunkel.
Einzig der Score hebt sich grundlegend vom Rest ab, denn der ist sauber ausgearbeitet, bietet viele wohlklingende Nuancen und liefert in Ansätzen die Stimmung, welche das Treiben selbst zu keiner Zeit bescheren kann. So rennt Kati ewig durchs Gebäude, obgleich es dafür nicht die geringste Motivation gibt, einen Schlüssel darf man auch nie im Cabrio stecken lassen und wer keine Landkarte lesen kann, muss nicht ausgerechnet eine zugedröhnte Schnapsdrossel nach dem Weg fragen. Auch Horrorfilme sollten im Horrorfilm nicht erwähnt werden, denn das macht irrationales Verhalten nur noch schlimmer.
Die Kamera liefert zwar noch brauchbares Material ab, doch die stets wechselnden Lichtverhältnisse sorgen nicht gerade für eine glaubhafte Umgebung. Schlimmer ist jedoch die Wechselsicht zur wackelnden Handkamera, die besonders beim Showdown sehr störend ist und aufgrund ungenauer Schemen keine Spannung aufkommen lässt.
Es ist schlicht unkreativ dahin gerotzt, was Montag dem Genrefreund hier zumutet, dann das gegen Null tendierende Budget macht sich in jeder Szene bemerkbar, die Darstellerinnen verkaufen sich deutlich unter Durchschnitt und die einfallslose Geschichte hat nicht mehr zu bieten als ein müdes Katz und Maus Spiel in einem alten Gemäuer, welches noch nicht einmal sonderlich Atmosphäre ausstrahlt.
Blutarm, spannungslos und amateurhaft, - dagegen sind die schmierigen Genrestreifen der Siebziger fast schon Gold wert...
2,5 von 10