Es wurde höchste Zeit für eine Reunion der Muppets, denn irgendwann wollen Kinder der Achtziger ein wenig Nostalgie mit richtigem Puppenspiel erleben und nicht stets mit aalglatten Animationsfilmchen berieselt werden.
Es ist Regisseur James Bobin auch größtenteils gelungen, den eigentümlichen Charme der Figuren in den Mittelpunkt zu rücken, nur gelegentlich driftet die Geschichte arg ins Kitschige ab oder verzettelt sich mit unnötigen Musikeinlagen.
Der Plot ist schon fast obligatorisch für einen Langfilm mit den Puppen: Ein mächtiger Ölbaron will das Muppet-Theater abreißen lassen, wenn diese es nicht schaffen, bis zum Stichtag eine ordentliche Summe Geld aufzutreiben. Also versuchen die Drei Muppet Fans um Walter die Original-Crew ausfindig zu machen, um eine riesige Spenden-Show auf die Beine zu stellen…
Tanz und Gesang funktioniert eigentlich nur mit den Puppen oder einem Gaststar, doch hier begeht die Erzählung zu Beginn den großen Fehler, nur eine Puppe in Form von Walter ins Spiel zu bringen, während sein Bruder und dessen Freundin in knallbunter Ausstattung mit einer Tanzgruppe durch ihren Heimatort Smalltown tanzen. Das mag als kleine Parodie auf Musicalfilme gedacht sein, geht aber reichlich nach hinten los, während Walter als Figur nur bedingt Sympathien sammeln kann, jedoch zumindest ein paar kleine Auflockerungen in die Runde wirft.
Mit der Zeit wird die Crew der Muppets allerdings vollständiger und auch wenn Miss Piggy immer noch leicht nervig ist, Waldorf und Statler viel zu kurz kommen und die Gags von Fozzy wie immer nie zünden, entfaltet sich rasch nostalgisches Flair.
Zudem machen die zahlreichen Cameos Freude, die von Alan Arkin als alter Museumsführer, über Jack Black als Therapieleiter, bis hin zu Mickey Rooney, Selena Gomez und Whoopi Goldberg reichen.
Spätestens, als die Spendenshow läuft und mit dem Originalvorspann startet, überkommt einem als Fan der Muppets ein riesiger Freudenschauer.
Allerdings gibt es einige Abzüge in der B-Note, denn die Synchronisation bei den Gesangsnummern ist teilweise unter aller Sau und auch die Übersetzung bringt ein krummes Versmaß ins Spiel. Zudem wird das Subtile bei einigen Gags ein wenig vermisst, - manchmal wirken einige Situationen wie mit der Brechstange auf Komisch getrimmt, was ein wenig auf Kosten der Atmosphäre geht. Die simpel gehaltene Story reicht insgesamt zwar aus, um jüngere Zuschauer nicht zu überfordern, doch einige Spitzen für die erwachsene Zielgruppe hätten ab und an gut getan, um dem Treiben etwas mehr Elan zu verschaffen.
Dennoch dürften Nostalgiker spätestens beim Aufeinandertreffen von Kermit und Piggy ihren Spaß haben, während das letzte Drittel eine klare Hommage an die Original-Serie darstellt. Als Krönung gibt es noch ein toll editiertes „Ma Nah Ma Nah“, bei dem letztlich noch einmal viele bekannte Gesichter zusammenkommen und final untermauern, worauf es ankommt: Alle Sorgen kurzzeitig vergessen und das drittwichtigste auf der Welt: Lachen!
7,5 von 10