Review

Die Regisseure von LIVID haben zuvor den radikalen INSIDE abgeliefert und präsentieren mit dem vorliegenden Werk einen ebenso spannenden und handwerklich hochwertigen und - insbesondere durch den guten gewählten Genremix aus Horror und Fantasy - überzeugenden Beitrag.. Die Kreativität geht den Machern fast etwas übertrieben von der Hand den sie bauen auch noch Haunted House und Vampir/Zombie Elemente gleich noch nebenbei mit ein. Für Freunde von gothic-geprägtem Horror mit Fantasy und Romantik Touch sollte der Film ein must-see sein ! Andere werden ggf. den Film wegen Überfrachtung aller o.g. Elemente und der fehlenden Geradlinigkeit ablehnen.

Zur Story (OHNE SPOILER !) nur kurz um die durchaus bissige Spannung zu erhalten. Lucie (C. Coulloud) verdient ihren Lebensunterhalt als Krankenpflegerin in der häuslichen Pflege. So kommt sie auch zu der Beschäftigung in der Villa von Mrs. Jessels (M.-C. Pietragalla). Diese liegt bereits seit vielen Jahren im Koma, weshalb der Job recht einfach zu sein scheint. So erfährt sie auch von einem Schatz, der innerhalb der alten Gemäuer versteckt sein soll und macht sich mit 2 Freunden daran das Geheimnis zu erkunden...sie treffen aber auf Dinge die alle Vorstellungen sprengen....

Der deutsche Untertitel des Films mit "dem Blut der Ballerinas" ist dabei wie so hirnlos platt wie unnötig und beschreibt nicht im Geringsten die Orgie von Schauer, psychologischem und physiologischen Schrecken den der Film gekonnt verbreitet. Er spielt sogar gekonnt mit archaisch geprägten Urängsten und verbreitet durch seine perfekte und detailreiche Ausstattung eine unglaublich packende Atmosphäre der man nicht entrinnen kann.

Dazu kommenden noch nicht geahnte Wendungen und Verknüpfungen die einem vollends in dem wilden Bilderstrudel versinken lassen. Vom Überraschungs- und Fesselungs-Faktor her ging es mir so wie beim ersten Sehen von GOTHIC ca. Mitte der 80er Jahre wem das was sagt. In LIVID werden Bilder aus der Zeit der Schauerromantik a la E.T.A. Hoffmann und klassischer Gruselfilme ebenso geweckt wie Assoziationen zu Filmen von Dario Argento oder Guillermo del Toro. Zu diesen Qualitätsmerkmalen gesellt sich noch eine sehr überzeugende und präsente schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Lucie.

Ich kann aber auch Stimmen verstehen die dem Film die fehlende Linie aberkennen und ihn aufgrund seiner rücksichtslosen, teils logik-freien und überbordenden Verknüpfung aller oben genannten Phantastik Elemente ablehnen. Für mich war es allerdings ein sehr spannender und lohnender Film-Rausch in den man sich schön fallen lassen konnte und der durch kompromisslose Optik, harte aber nicht überzogene Goreeffekte und wirklich gut gesetzte Schockelemente überzeugen konnte.

7/10 Ballettstunden....äh,...Punkten

Details
Ähnliche Filme