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So langsam müssten alle gegen Zombies angetreten sein, vielleicht bis auf Napoleon, die sieben Samurai und Indiana Jones. Dass dieser Zombiefilm im Westernmilieu angesiedelt ist, leuchtet ein, doch dass eine Produktion mit einem Budget von rund 30.000 Dollar keine vollwertige Nummer mit toller Ausstattung und aufwendigen Effekten ist, merkt man erst, wenn man die austauschbaren Landschaften sieht, welche eher nach Harzgebirge als nach Wilden Westen aussehen.

Django Mortimer ist Kopfgeldjäger aus Leidenschaft und will mithilfe des Köders Rhiannon den angeblichen Vergewaltiger und Indianerhäuptling Brother Wolf fangen. Doch als die drei urplötzlich von Untoten attackiert werden, müssen die ungleichen Männer ein Bündnis eingehen…

Bereits die ersten Minuten verdeutlichen, dass an vielen Dingen deutlich gespart wurde, denn die einleitende Schießerei enthüllt sehr schlichte Kostüme, billige Requisiten und notdürftig ausgefallene Bauten in einer minimalen Westernumgebung. Django kommt zwar recht cool und sympathisch rüber, doch er allein im Wald reicht nicht aus, um die Durststrecke bis zur ersten Zombieattacke gegen Minute 32 unterhaltsam erscheinen zu lassen. Erst als der Indianer hinzukommt und im Verlauf ein paar persönliche Hintergründe angesprochen werden, rundet sich das Bild ein wenig ab.

Allerdings fallen die Konfrontationen zwischen Gut und Zombie ein wenig rar aus, da erst gegen Ende etwas mehr als eine Handvoll Stöhner auf die Helden zukommen und dabei erstaunlich wenig Munition nachgeladen werden muss.
Die Zombies selbst sind allerdings okay geschminkt, ein blinder Untoter sieht sogar recht creepy aus, wobei hier die Tatsache Suspense schürt, dass sich die Kreaturen schnell bewegen und zum Teil recht kräftig sind.

Leider fehlt dem Treiben ein Augenzwinkern und auch wenn zwischenzeitlich einige Damen blank ziehen, weil Baden und Wechsel der Wäsche auch mal sein muss, macht sich gleichermaßen ein Mangel an Action bemerkbar. Mal muss Rhiannon über einen schmalen Bach getragen werden, dann verfällt sie zwischenzeitlich in Schockstarre, ein deutscher Kopfgeldjäger mischt als Konkurrent mit und Schuld an der Seuche ist ein kleiner Asteroid, der eine toxische Substanz enthält, was per CGI reichlich übel ins Spiel gebracht wird.

Die wenigen Gewalteinlagen sehen demgegenüber deutlich besser, wenn auch nicht überragend aus. Es gibt zahlreiche Kopfschüsse, ein abgerissenes Bein und Bisse in Hals und Brust. Der Score arbeitet phasenweise recht gut und mit ordentlichem Timing, nur der Rocksong mit leicht schiefem Gesang im ersten Drittel geht gar nicht.

Eingefleischte Zombiefans kommen dennoch nicht wirklich auf ihre Kosten, denn die typische Westerngeschichte dominiert über weite Teile, während die Infizierten zu lange im Hintergrund bleiben. Erst im letzten Drittel häufen sich die Auseinandersetzungen und es kommt gar zu einigen unvorhergesehenen Wendungen, während der Ausgang eher offen gehalten wird. Ein leidlich unterhaltsamer Streifen mit gerade so passablen Mimen in schwacher Ausstattung, jedoch recht sympathischen Figuren.
Geht allenfalls als halbwegs passable Berieselung durch.
4,5 von 10

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