Als der Meisterdieb mit Spitznamen Hudson Hawk aus dem Gefängnis entlassen wird, muss er feststellen, dass seine Einbruchsfähigkeiten bei einigen Interessengruppen heiß begehrt sind.
Alles fing damit an, dass 1481 Leonardo da Vinci eine Maschine konstruierte, die versehentlich Blei in Gold verwandelte. Leonardo versteckte die wichtigsten Bauteile, besondere Kristallstücke, verteilt auf mehrere seiner Kunstwerke und physikalischen Modelle. Und diese stehen heute in Museen, womit die Profession Hudson Hawks ins Spiel kommt...
"Hudson Hawk" war in den USA ein Flop, in Europa wurde er besser angenommen, bekam in Deutschland aber auch eine besonders lustige Synchronisation übergestülpt, die gleichzeitig manche sexuellen Anspielungen etwas abschwächt.
Hudson Hawk ist eine Komödie mit vielen kleinen witzigen Einfällen: Da schüttelt sich ein Wachmann seine Spaghetti aus der Warmhaltekanne auf den Pappteller. Der Aktenvernichter in der Limousine bläst die Papierschnetzel aus dem Heckspoiler. Die Agenten haben Schokoriegel-Decknamen wie Kit-Kat und Almond-Joy.
Nun hat es sich der Film aber auch zum Ziel gesetzt, Film-Konventionen umzustürzen. Das äußert sich dann ab und zu in völlig übertriebenen Darstellungsleistungen und Effekten, die man sich eigentlich nur in Nachmittags-Zeichentrick-Serien vorstellen kann. Auf mich wirkt es befremdlich, wenn Action manchmal hart ausgeführt und dann wieder mit unwirklichen Comic-Soundeffekten verziert ist. Auch die schauspielerische Darstellung der Figuren schwankt zwischen Bruce Willis, der wie eigentlich in vielen seiner Filme flotte Sprüche macht, und dem Mayflowers-Paar, das teilweise völlig irreal überzeichnet erscheint. Nicht, dass alle ihre Szenen schlecht sind, aber manchmal sind sie doch eher schwer zu ertragen.
Gleichzeitig muss ich aber zugeben, dass die Freiheit, die sich der Film bei der Wahl seiner Mittel herausnimmt, auch für einige Ideen gesorgt hat, die zwar absurd sind, aber auch umwerfend komisch. So timen die Einbrecher ihr synchrones Vorgehen, indem sie Songs im Duett singen. Kit-Kat (David Caruso, den man inzwischen als Horatio Caine vom CSI kennt) kommuniziert nur durch vorgedruckte Kärtchen und verkleidet sich gern mal spontan als lebendes Spiegelbild der neben ihm stehenden Person.
Leider passen die Elemente gelegentlich nicht richtig glatt zusammen, wenn der Film zwischen normaler Komödie, Einbruchsaction und Comic wechselt, und auch mal ein Effekt blitzschnell aber doch blutig inszeniert wird.
Letztlich schafft es aber das gute Zusammenspiel von Bruce Willis, Danny Aiello und Andie MacDowell, dass man sich im Film trotzdem weitgehend wohlfühlen kann, ich habe ihn mir jedenfalls gerne erneut angesehen.