Wenn es um Zombiefilme als Regiepremiere geht, erhält man meistens ein uninspiriertes Kuddelmuddel mit üblen Laiendarstellern, dem eindimensionalen Hauch einer Story und viele Goreeinlagen, in welche das meiste des Budget reingebuttert wurde.
Der Kanadier John Geddes hat den Stoff jedoch bereits mit der ungewöhnlichen Prämisse aufgezogen, die Untoten kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg ins Spiel zu bringen, - eine tolle Idee, die ein wenig unter den zu hohen Ambitionen leidet.
Tennessee 1865: Edward Young (Mark Gibson) kehrt nach dem Bürgerkrieg heim, wo er seine Frau als Untote vorfindet und diese erschießen muss, während sein Sohn noch vermisst wird. Auf seinen Streifzügen begegnet er Isaac (Adam Seybold), der seine Schwester Emma (Jordan Hayes) in den Klauen der Verbrecher um General Williams (Bill Mosely) wähnt.
Doch nach einem gelungenen Befreiungsschlag und der Unterkunft bei der vermeintlichen Hexe Eve (Dee Wallace) sind die Gefahren noch längst nicht gebannt…
Geddes hat sein Werk eher als Drama mit kleinen Horroreinlagen konzipiert, was von Beginn an mit der ruhigen Erzählstimme von Brian Cox (Im Deutschen könnte das Jürgen Kluckert (u. a. Morgan Freeman) sein) unterstrichen wird, die dem Treiben beinahe schon epische Ausmaße verleiht. Der Off-Erzähler harmoniert jedoch recht gut mit der Sicht der Geschichte, welche die Gedanken von Edward Young widerspiegeln, der seine Erlebnisse in einer Art Tagebuch verewigt. Besonders im ersten Drittel wird viel Wert auf Emotionalität gelegt, um die Hauptfigur zu etablieren und seinen Kampf zwischen Resignation und einem Funken Hoffnung zu veranschaulichen.
Hier kommt das sensible Gespür für eine grundsolide Kamera mehrfach positiv durch, die Schauplätze sind treffend gewählt und auch an der Ausstattung in Sachen Kostüme und Behausungen ist nicht zu bemängeln, selbst die eher kontrastarme Farbgebung fügt sich der gefälligen Atmosphäre, die in einer merkwürdigen Melange aus Western und Apokalypse durchaus überzeugen kann.
Demgegenüber kommt die Erzählung nicht so recht auf den Punkt und dümpelt phasenweise mit zuviel Dialoglast auf der Stelle. Auch die Konfrontationen mit den Untoten treten zu selten zutage. Hier mal ein Fernschuss, dort ein Niederknüppeln im Off, aber zu selten regen Zusammentreffen zwischen Zombie und den wenigen Menschen zum Mitfiebern an.
Stattdessen sorgen einige Animationen für die Zusammenfassung einiger Actionszenen, welche zwar recht stilvoll ausgearbeitet sind, jedoch nicht so recht zum ansonsten eher sensiblen, recht bodenständigen Stil passen. Das ist insofern schade, als dass die Zombies toll gestaltet sind, mit variabel gestalteten Gesichtern in sehr detailliert angewendetem Make-up.
Zumindest gelingt es den zum Teil recht namhaften Darstellern, die Konzentration des Geschehens auf ihre jeweilige Figur zu lenken und die etwas dünne Geschichte beisammen zu halten, die eigentlich nur wieder darin kulminiert, dass Menschen die schlimmeren Monster sind und auch der Ursprung der Zombieseuche durch die Verzweiflung eines einzelnen hervorgerufen wurde. So wirklich spannend wird es allerdings nur selten, selbst ein finales Pistolenduell, welches deutlich an typische Leone-Western angelehnt ist, vermag nur in Ansätzen zu überzeugen und auch ein finaler Befreiungsversuch schraubt das Tempo nur für ein kurzes Intervall an.
Dennoch ist Geddes Erstling ein guter Schritt in eine positive Zukunft, denn während andere Debütanten recht planlos Fressszenen aneinander reihen, versucht er zumindest Figuren zu etablieren, einen handwerklich durchdachten Stil zu präsentieren und ein wenig Tiefe in die Untoten-Thematik zu bringen.
Das Potential schöpft er aufgrund der teilweise zu ruhigen Erzählweise und dem Mangel an Action nicht wirklich aus, doch trotz einiger Längen vermag sein Streifen dennoch über weite Teile zu unterhalten.
Reine Splatterfans sind also gewarnt, was eine FSK16 bereits im Vorfeld verdeutlicht: Es ist eher ein Film über Menschlichkeit, der Schmerz des Verlustes und Hoffnungsschimmer innerhalb einer toten Welt, anstatt sich in einer Tour blutrünstigem Dahinsiechen hinzugeben.
Folgerichtig wird der Streifen es schwer haben, ein breites Zielpublikum anzusprechen...
6 von 10