Review

Bisher trotz der Beteiligung von Yanin „Jeeja“ Vismitananda recht verschämt verschwiegenes und versteckt gehaltenes Produkt aus ihrer gar nicht mehr so jungen, mit gerade mal fünf Titeln dennoch reichlich überschaubaren Karriere. Bisher der Mittelteil ihrer Laufbahn, nach den mit wesentlich mehr Aufmerksamkeit gerade auch in den westlichen Markt vertretenen Werken Chocolate (2008) und dem versuchten Nachfolger Raging Phoenix (2009), der zwar wesentlich gehaltvoller und vielseitiger war, aber aufgrund seiner materiellen und emotionalen Andersartigkeit und dem Verschieben von Actionszenen hin zum letzten Akt und in den Bereich von Tanz und Akrobatik und Fantasy in der Gunst der Zuschauer schon und dies im schweren Unrecht unterging. Die vorliegende anknüpfende Arbeit Jukkalan, der den Film ganz einfach nach seiner Hauptperson benennt, während das Alternativ This Girl Is Bad-Ass!! sich in der Beschreibung derer bemüht, ist anschließend an die bisherigen Erfahrungen mit der Darstellerin Yanin die logische Konsequenz; legt man doch so gar keinen Wert mehr auf eine Anbiederung an Gewohnheiten und dem Pläsier des Konventionellen, was entsprechend in einer Actionkomödie formell und materiell begrenzter Ausmaßen, aber darin der überaus unbeschwerten und flotten anything goes - Formel kulminiert:

Das Mädel Jukkalan [ Yanin Vismitananda ] arbeitet zusammen mit ihrem Bekannten Naew [  Bawriboon Chanreuang ] als Fahrradkurier für Samureng [ Akom Preedakul ], der sie mit Aufträgen ganz unterschiedlichster Art versorgt. Immer beobachtet aus der Ferne von dem in sie seit früher Kindheit verliebten, damit aber hoffnungslosen Duan [ Chalermsak Yamkamung ], schliddert Jukkalan bei ihrer Arbeit gleichzeitig in einen Konflikt mit den Gangsterbossen Piak Pakkred [ Anek Intajan ] und Chia [ Udom Songsaeng ], die jeweils ihr transportiertes Gut bzw. das entlohnte Geld dafür zurück haben wollen. Zum Glück für Jukkalan, die eigentlich kein wirkliches Interesse an einer Mitarbeit, sondern vielmehr nur Augen für ihren Nachbarin, den langhaarigen Rocksänger Ningnong [ Chookiat Iamsook ] hat, wird sie auch von ihrem Onkel Sawang [ Petchtai Wongkamlao ] und zsuätzlich eigenen formidablen Kampfkünsten beschützt.

Dumb fun mit Schallerfressen in hohen Tönen und horrenden Klamotten. Geschrieben und gedreht von Wongkamlao, einem innerlandes wegen seiner Moderationen und Auftritten in stand-up und low-brow comedy beliebten Mannes, werden hier gleich mehreren Geschichten in einem eigentlich kleinen Ganzen, zwar im Jetzt, aber nicht so wirklich im Hier spielend erzählt. Eine tatsächliche Handlung gibt es auch gar nicht und ist dies auch gar nicht der Sinn des grundsympathischen Filmes, der im Wesentlichen aus Sketchen, aus Wiederholungen, Absurditäten unbegrenzter Vorstellungen und einem bunten, lauten, aber gar nicht nervenden Nichts besteht. Ein Häuflein an Menschen, die in dieser Welt leben und sich stetig begegnen, Manche sind gut, Manche sind böse, aber nicht auf die ernste Weise, sondern zumeist mit dem Witz unterlegt und auch so inszeniert. Einigen Leuten wird auch wehgetan, selbst Tote kommen vor; werden derlei Geschehnisse aber permanent obskur oder auf einer zweiten äußeren Ebene formuliert und wenigstens mit einer Pointe versehen und so als Unding, als Irrwitz, oder auch Wahnwitz gleichzeitig emporgehoben und auch wieder degradiert.

Selbst die Actionszenen, die kreative Handvoll an Zirkusnummern davon, werden mit dem primären Ziel des Amüsement oder zumindest dem der harmlosen Unterhaltung, in spielerischer Art und Weise, als Showeinlage und nicht als Katalysator für Aufregung bis hin zur Aggression choreographiert. Im Budget und Ansinnen sowieso eher gering gehalten, sind derlei Aktionen und Aktivitäten, in denen geprügelt, auch geschossen, die meiste Zeit aber diverse Gegenstände zum Angriff und Verteidigung zweckentfremdet werden, durchaus mit dem Einsatz der Kämpfer in ihren physischen Fähigkeiten als auch Leistungen von Panna Rittikrais Stuntmen verbunden. Werden die gewohnten Tritte und Schläge aber abgesehen vom etwas forscheren Lagerhausshowdown in einem gelösten, unbesorgten Rhythmus, einer lockeren Montage ausgetauscht. Akteurin Yanin steht in diesen Szenen gar im Mittelpunkt des Geschehens, während sie sich sonst eher als Miteinander mit Anderen in die Umgebung mischt; abseits ihrer Talente im Showkampf hat die junge und spielfreudige Darstellerin allerdings auch ein äußerst sonniges und anziehendes und hierdurch mehr als attraktives Gemüt, was prompt als unterstützende Säule für die Zuneigung des Publikums auch für die Nichtigkeiten Drumherum wirkt.

Der Film selber rauscht dabei an einem vorbei, kann man auch mal unbesorgt wegschauen und dann erst wieder hin, da sich ja im Grunde Alles im Kreise dreht und nichts Bedeutsames, bzw. nichts Elementares, nichts Epochales an Dramaturgie und Charakteristik passiert. Verpassen tut man dann allerdings einige Stilblüten, so mancherlei bildhafte Scherze, die vor allem die Nebenfiguren mit sich herum und vor sich her tragen, und oft so blöd sind, dass es schon wieder und immer wieder auch in der Wiederholung zum Kopfschütteln und trotzdem oder deswegen zum Lachen animiert. Selbst die Wortspiele sind so übel nicht, passt das Timing, passen die Mimiken und die Gestiken der Schauspieler, die oft nur mit dem Gesicht, dass sie zeigen und der Kleidung, die sich anhaben und vor der ruhenden und sie beobachtenden Kamera, im luftleeren Raum also agieren. Auf einer Bühne, im Scheinwerferlicht, im stillen Überblick, in dem der jeweilige Sketch nicht tatsächlich und so verkrampft präsentiert, sondern wie einfach und so erfolgreich mit dem Material handwerkelnd abgesondert wird.

Dabei muss man natürlich ein Faible auch für Grenzdebiles haben, für erwachsene Männer, die auf Schaukelpferden durch die Gegend reiten, darf sich nicht an Muay Thai kämpfende Zwerge oder den Gangsterboss mit der hohen Fistelstimme genieren. Überhaupt muss man seine Komödie mit viel Wert auf den Kostümen, auf Schnelligkeit, auf Beleidigungen und auf Schadenfreude, aber auch auf Mitteilnahme mit seinen Protagonisten und Dreierdialoge der Marke

(Nachdem Duan einen Kuchen für seine heimlich Angebetene gebacken hat, und ihn seinen beiden Freuden vorher zeigen mag)

"See, I put all my heart into it."
I know she'll like it.
Do you think she'll like it or not?
"

"Like."

"She'll like me?"

"The cake."

"The cake looks better than you."

"He's kidding."

"I'm serious."

und

"Yes, I think you'd better
make it look better.
"

"The cake?"

"Your face."

"He's kidding again."

"I'm serious. This is the second time."

und

"I feel guilty when you say things like this."

"Your mum should be guilty too.
I think your mum has actually
raised the placenta.
The real you is still inside the womb.
"

mögen.

Denn sonst wird das nichts.

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