Ein Film über das Leben von Beate Uhse ist mit ein bisschen Kenntnis ihres interessanten Lebenslaufs ein spannendes Unterfangen. Allerdings hat man bei BEATE UHSE - DAS RECHT AUF LIEBE sowohl von dem Drehbuch, der Dramaturgie und leider auch mit der Auswahl der Hauptdarstellerin eine Reihe von Dingen nicht ansprechend gelöst und so bleibt ein sehr laues Fernsehspiel übrig was in kaum einem Aspekt zu überzeugen weiss.
Die Film beginnt mit einer Rückblende aus den 70ern in der Beate (Franka Potente) einem Freund ihr Leben nach dem Krieg und den Aufbau ihres Unternehmens erzählt. Diese Rückschau zeigt die Kriegsjahre und die Jahres des Aufbaus danach und insbesondere ihren Kampf mit der Justiz die den Vertrieb ihrer Produkte verhindern will.
Positiv sind lediglich die gute und aufwendige und historische korrekte Ausstattung des Films von den Nachkriegsjahren bis in die 70er zu nennen als auch die gute Demonstration des Willens und der Unnachgiebigkeit einer starken Frau gegen alle Rückschläge und der Glauben an die eigene Sache. Leider überwiegen die negativen Seiten des Films bei weitem.
Die Rückschau wirkt extrem hölzern, holperig in der Erzählweise und unglaubwürdig in der Darstellung. Die Szenen in den Kriegsjahren als gefangene Fliegerin sind geradezu laienhaft und lächerlich inszeniert. Die Darstellung Ihres Mannes, ihres Anwaltes, des späteren Freundes und anderer Personen bleibt extrem oberflächlich und deren Darstellungskunst ist ebenso bescheiden. Franka Potente schätze ich eigentlich, sie hat in einigen Filmen eine gute Performance hingelegt. Aber Beate Uhse glaubhaft darzustellen sprengt Ihre Möglichkeiten über alle Maßen.
In keiner Sekunde kann sie weder die verschiedenen Lebensphasen über Jahrzehnte glaubhaft äusserlich oder von der Geisteshaltung der Beate Uhse darstellen, noch gelingt es ihr tiefere charakterliche Eigenheiten oder ihre sympathisch-spröde Art auch nur anzudeuten. Die Darstellung ist in jeder Beziehung flach und absolut nicht authentisch.
So bleibt am Ende die sehr wichtige Botschaft des Films, die Befreiung einer starken Frau aus allgemeinen und juristischen Zwängen, der Kampf über viele Jahre, die Emanzipation und das erfolgreiche Durchsetzen einer Geschäftsidee. Also sehr guter historischer Stoff der es verdient hätte adäquat verfilmt zu werden. Er wurde hier leider ganz nüchtern betrachtet absolut unzureichend umgesetzt und besetzt, selbst wenn man die relativ niedrige Messlatte eines TV-Fernsehspiels ansetzt.
4/10 Punkten