Die dunklen, verlassenen Gemäuer eines alten und abgelegenen Landhauses als Schauplatz für einen klassischen Mystery-Horror-Thriller heranzuziehen, hat in der Vergangenheit schon bei vielen Klassikern funktioniert.
Ob „AMITYVILLE HORROR", „SHINING", „PSYCHO" oder „POLTERGEIST" - düstere Keller und geheimnisvolle Dachböden haben uns von je her den ein oder anderen Schrecken eingejagt. Mit denselben Stilmitteln bedient sich Newcomer-Regisseur Sebastian Niemann in „7 DAYS TO LIVE", der damit nach dem atmosphärisch ansprechendem Genre-Hit „BIIKENBRENNEN" eine beeindruckende TV-Produktion ablieferte.
Nicht selten suchen die Protagonisten eines Horror-Films ebensolche Riesenhütten in einsamen Gegenden auf, um Abstand von familiären Verlusten oder schweren Schicksalsschlägen zu gewinnen. In „7 DAYS TO LIVE" versuchen Ellen und Martin Shaw nach dem tragischen Tod ihres Sohnes auf dem Land ein neues Leben zu beginnen.
Doch alsbald hat Ellen seltsame Träume und geheimnisvolle Visionen, die ihr klarmachen, dass sie in wenigen Tagen das Zeitliche segnen wird. Man könnte davon ausgehen, dass von ihrem Mann Unverständnis darüber zu erwarten ist, um das angekündigte Seelen-Unheil zu intensivieren. Aber dieser hat genug mit sich selbst zu tun, verfällt nach und nach dem Wahnsinn und ist nicht wieder zu erkennen. Das Unheil nimmt seinen Lauf...
Die deutsche Produktion kann durch eine tolle Atmosphäre aufwarten, in der die abgelegene Moorlandschaft ein hervorragendes Ambiente für den Horror-Thriller liefert. Amanda Plummer und Sean Pertwee glänzen als Haupt-Akteure und nach und nach verfremdendes Psycho-Pärchen mit einer sehr guten Leistung - weitere Charaktere sind lediglich Randfiguren.
Niemann hat mit dem mysteriösen Werk einen grundsoliden Grusel-Streifen abgeliefert, der sich trotz seines verhältnismäßig niedrigen Budgets über dem Durchschnitt des üblichen Hollywood-Einheitsbreis bewegt. Seine klugen Regie-Einfälle und die ansprechende Geschichte sorgen für Spannung von der ersten Minute an und lassen kaum Langeweile aufkommen.
Wenngleich ein wenig mehr Tiefgang und weiteres Hintergrundwissen über die seltsamen historischen Todesfälle auf dem abgelegenen Anwesen durchaus förderlich gewesen wären wird von den oben genannten Vorbildern ausgesprochen gut geklaut. Aber wie sagt man so schön: „Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden" - Im vorliegenden Beispiel muss man dem vollends zustimmen!
(7/10)