Genauso (schlecht) wie aus Amerika?!
"7 Days To Live" ist eine deutsche (!) Horrorproduktion mit amerikanischer Beteiligung, die ganz auf ihre Übersee-Vorbilder schielt und diese haarklein, penibel und unkreativ kopieren will. Und das dann auch mit Biegen, Brechen und kreativer Bankrotterklärung hinkriegt. Nur leider wollte man wahrscheinlich zu sowas wie "Poltergeist" und "Shining" - landete dann aber eher auf TV-Niveau oder in der direkten DVD-Grabbeltisch-Ecke... Über ein Ehepaar, das den Sohn tragisch verlor und nun in einem abgeschiedenen Landhaus eigentlich einen Neustart wagen will. Doch dort wartet schon ein Fluch, der diese Tragik und den toten Sohn gerne aufnimmt und mit einem tödlichen Ultimatum verbindet...
Im Imitieren ist "7 Days To Live" echt nicht übel. Ein bißchen "Burnt Offerings" hier, ein bißchen später Carpenter dort, ein bißchen "Sieben", ein bißchen Stephen King und Amityville. Da werden etliche wohlbekannte und wohlfeine Zutaten in den deutschen Mixer gesteckt - mitsamt amerikanischer Besetzung (u.a. Amanda Plummer!). Flackernde Fernseher, alter Holzbau, große Fenster, Eheprobleme, ein fast J-Horror-artiger "Countdown 2 Death". Für sich genommen keine üblen Genregewürze. Nur funktionieren sie hier nicht ansatzweise effektiv genug zusammen, wirken wie einzelne Teilchen, nie wie ein großes Ganzes. Für eine deutsche Produktion dieses Jahrgangs respektabel und ambitioniert. Aber dann doch nicht wirklich, was man sehen will. Schuster bleib' wohl besser bei deinen Leisten. Professionell und generisch. Ein Abklatsch vom Abklatsch von der dritten Reihe. Gut ausgestattet. Mit solchen unfreiwillig komischen Momenten wie wenn auf einmal Straßenschilder "Noch 6 Tage" anzeigen "gesegnet". Gut ist das leider nie. Die Chemie beim Ehepaar ist noch solide. Ansonsten damals wie heute eine graue Maus in seiner Schublade, voller Klischees und Achselzucken. Nie komplett kaputt oder übel. Aber auch keine Sekunde, die man in seinem Leben benötigt oder auf die man gewartet hat.
Fazit: kruder Mischmasch aus besseren Vorbildern und woanders gekonnter eingesetzten Mustern... Da wünscht man sich doch glatt eine kürzere Halbwertszeit des Todes!