Review

Die Achtziger waren absolut prägend für das Genre des Slashers, wobei in dieser Zeit mehr Gurken als gute Beiträge produziert wurden, wie etwa die Reihe um das „Sleepaway Camp“.
Entsprechende Parodien bieten sich aufgrund der zahllosen Klischees natürlich an, doch Regisseur Vito Trabucco verwechselt oftmals Persiflage mit plumpen Albernheiten.

1977 fand in einem Bibelcamp ein furchtbares Massaker statt, welches nur zwei Menschen überlebten. Sieben Jahre später zieht es Father Cummings (Reggie Bannister) und seine Zöglinge an jenen Ort und der Killer in Form einer maskierten Nonne lässt erneut nicht lange auf sich warten…

Genrefans der alten Schule mögen sich für einen Moment zuhause fühlen, denn die schlichte Ausstattung trifft den Nagel auf den Kopf. Natürlich werden sogleich viele Klischees in die Runde geworfen, denn wenn Drogen und Alkohol konsumiert werden, vorehelicher Geschlechtsverkehr praktiziert und überdies noch geflucht wird, beißen Menschen natürlich lange vorm Eintritt ins Rentenalter gewaltsam ins Gras.
Das hirnlose Gesabbel der potentiellen Opfer nervt allerdings ein wenig, was mit dem Zeitsprung ins Jahr 1984 nicht besser wird, denn auch hier dominieren stereotype Erscheinungen, die entweder ans Dönern denken oder sich politisch inkorrekt äußern, manchmal auch beides.

Immerhin sind die Gewalteinlagen bis auf wenige, kaum merkliche Ausnahmen handgemacht und wenn Messer oder Axt zuschlagen, ploppt auch mal ein Augapfel heraus, Köpfe werden abgetrennt oder geplättet, ein Bauch wird geöffnet und das zu helle Kunstblut spritzt aus allen Poren. Etwas nackte Haut gibt es ebenfalls zu sehen, leider kommen auch einige Fäkalwitzchen zum Einsatz.

Derweil vermag der Killer im Nonnenkostüm keinen Schrecken zu verbreiten, schon allein, weil dieser mit verstellter Männerstimme spricht und sich während der Ausführung der Taten manchmal reichlich viel Zeit lässt. Etwas Situationskomik kommt dennoch zustande, etwa, als jemand sehr offensichtlich in ein offenes Messer rennt oder Opfer lieber schreiend am Boden verharren, anstatt die gefühlten zwanzig Sekunden für eine eventuelle Flucht oder gar Gegenwehr zu nutzen. Dass der Stoff sich nicht ernst nimmt, wird zwar von Beginn an klar, nur übertreibt es Trabucco mit vielen abgedrehten, teils recht infantilen Momentaufnahmen.

Entsprechend ist Overacting an der Tagesordnung, zuweilen auch unkontrolliertes Grimasseschneiden, während Reggie Bannister und Ron Jeremy in einer Gastrolle noch einigermaßen am Boden der Slashertatsachen bleiben. Der Score ist entsprechend simpel gehalten und orientiert sich an den zeitgemäßen Vorbildern, wobei sich leider kein markantes Thema herauskristallisiert. Kamera und Schnitt arbeiten zweckdienlich, indem sie das schlechte Timing der käsigen Vorbilder recht gut imitieren, während die Ausstattung recht gelungen ist, primär die Auswahl der Kleidung trifft den Nagel auf den Kopf.

Dieses lässt sich nicht über die Hommage berichten, die über weite Teile vor sich hin dümpelt, viele Laufzeitstrecker beinhaltet und erst im letzten Drittel an der Temposchraube dreht und mit einem minimalen Twist daherkommt. Nostalgiefreunde könnten einen zurückhaltenden Blick riskieren, sollten allerdings viele Albernheiten hinnehmen können, bevor es zum Finale nach langer Durststrecke wieder blutig zugeht.
In Ansätzen sympathisch, jedoch kaum zielsicher und nur selten wirklich kurzweilig.
4 von 10

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