Review
von Leimbacher-Mario
Einmal, im Bibelcamp...
Slasher kommen scheinbar nie allzu lange aus der Mode, die Retromanie ist weiterhin in full effect und Kirchenkritik steht ebenfalls hoch im Kurs bei dem ganzen Mist den die Geistlichen verzapfen - warum also nicht alles zusammenführen? Im reißerisch betitelten „Bloody Bloody Bible Camp“ etwa, wo eine Gruppe Hohlbirnen und Jesusjugendlicher in einem abgelegenen Kirchencamp von einem Killer oder einer Killerin im Nonnenkostüm dahingerafft werden...
Was in der Theorie genial klingt, gut durch viele Pflaster saftet und manchmal auch Spaß macht, ist im Endeffekt dann nur leider viel mehr Parodie auf etwas, was wir eigentlich durchaus lieben und ernst nehmen. Und leider nicht auf dem herzlichen, schönen Niveau oder in der Art eines „The Final Girls“ (wenn auch wesentlich rötlicher), sondern eher in dumm, in billig, in cringy, in hilflos. Das ist mindestens zu 70% eine unbeholfene, meist unwitzige Komödie (im besten Fall Tromaart), zu 30% ein klassisch-cheesiger Slasher. Oft empfand ich das eher als Mittelfinger wie als respektvoller, augenzwinkernder Throwback, eher als unbegabter Griff daneben wie als Griff zum Hut, eher als Lachen über statt Lachen mit. Nur ganz wenige Shots haben Flair, kein einziger Schauspieler kann was oder wirkt sympathisch, auch der Score oder das Setting reißen nichts raus. Alles bleibt unterstes Niveau, das man mit etwas Mühe und Eiern ganz ehrlich mit jeder Filmschulabschlussklasse besser hinbekommen kann. Selbst wenn der Versuch nobel gemeint gewesen sein soll und die Fehlgriffe (hoffentlich) eher auf Grund Nichtkönnen anstatt Disrespekt und Nichtwissen zustande kamen.
Fazit: Hommage oder Beleidigung an den Slasher? Ich tendiere leider etwas zu Letzterem... Ein sehr billiger, oft peinlich unlustiger Retro-Slasher, der meiner Meinung nach eher die falschen Töne trifft als Respekt vor unserem liebsten Subgenre zeigt. Einwandfreie, sehr blutige, handgemachte Effekte retten da nur sehr generell.