Review

Gestern gabs
DAS SCHWEIN VON GAZA
Leider in der synchronisierten Fassung (lief leider nicht anders).
War als Komödie angekündigt, was ich aber nicht so empfand.
Das ganze schrammte immer an der Tragödie vorbei, es lag immer ein drohendes Unheil in der Luft.
Die Geschichte hatte skurrile Züge, da mußte man schon öfter lachen, aber von Komödie keine Spur.
Eine sehr ernste politische Anklage habe ich dort gesehen.

Ein armer palästinensischer Fischer fängt mehr oder weniger Fische auf dem Meer, meist aber nur Schrott oder alte FlipFlops, die nichtmal zusammenpassen.
Eines Tages hat er ein Schwein im Netz, es wird nicht erklärt, warum dieses im Meer schwimmt, es ist einfach da.
Da Schweine ja unrein sind und er es nicht mehr aus dem Boot bekommt, versteckt er es in der Kajüte.
Er vertraut dies einem Freund an, der ihm rät, das Schwein zu töten mit einer Kalashnikow.
Er bringt es nicht übers Herz, stattdessen erfährt er, dass die Juden Schweine für teures Geld verkaufen.
Er geht zur schwer bewachten jüdischen Siedlung, wo er abgewiesen wird.
Eine junge Frau hat allerdings Interesse an seinem Schwein, aber nur wenn es ein Eber ist, da die Nachzucht gefährdet ist.
Denn auch bei den Juden sind Schweine unreine Tiere.
Sie verkaufen sie aber an russische Immigranten.
Der Fischer schaut nach, es ist ein männliches Schwein und will es stolz der jungen Frau verkaufen.
Diese ist aber nicht an dem ganzen Schwein interessiert, sondern nur an dem Samen zum Decken.
Also versucht der Fischer das Schwein zu stimulieren, indem er Parfum und Poster von Miss Piggy und anderen Sauen dem Eber in die Kajüte hängt.
Das klappt hervorragend und gibt gut und viel Geld.
Dann jedoch wird das ganze Schwein zum Decken benötigt und er fährt mit Fahrrad und Schweineanhänger zur Siedlung.
Er fliegt auf, seine eigenen palästinensischen Landsleute bezichtigen ihn des Verrats, da er mit den Juden Geschäfte macht.
Er bestreitet dies und behauptet stattdessen, er wolle sich mit dem Schwein in der Siedlung als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen und nur deren Vertrauen erschleichen.
Prompt wird ihm geglaubt und er wird zum Terroristen gemacht, mit Bekennervideo und Sprengstoffgürtel.
Sowohl Schwein als auch Fischer werden damit ausgerüstet.
Es folgen viele skurrile Situationen, zB die Ehefrau des Fischers, auf deren Dach die Israelis einen Wachturm errichtet haben und mit der Frau des Hauses argentinische Telenovelas schauen.
Grenzgebietskontrollen, in denen dem Fischer das Fläschchen mit dem Samen des Ebers abgenommen wird und, nachdem er behauptet es wäre für sein Rheuma, vom Wachhabenden Soldaten prompt ausgetrunken wird...
Es gibt ein Happy End, nachdem alle fliehen können, sowohl vor Israelis als auch Palästinensern.
Das Ende passt irgendwie nicht zum Film.

An der synchronisierten Fassung konnte man leider nur erahnen, wie die verschiedenen Kulturen ja auch verschiedene Sprachen haben.
Das klang in der Synchron-Fassung leider ziemlich holprig und machte den Eindruck des einfachen Fischers noch einfacher, fast einfältig.

Insgesamt aber ein toller Film, hat mir wirklich gut gefallen!!
7 von 10 Punkten

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