kurz angerissen*
Pompöser Langweiler mit dem trockenen Auftreten eines Lehrbuchs Geschichte aus der 9. Klasse, so denn hierzulande chinesische Geschichte gelehrt würde. Informative Texttafeln selbst mitten im Film funktionieren als filmisches Mittel überhaupt nicht, sondern lassen jedes Mal aufs Neue hoffen, dass die historische Schau bald ein Ende findet. Die Regie, die sich Jackie Chan in seinem offiziell hundertsten Film als Schauspieler mit Zhang Li teilt, ist vom Bemühen geprägt, es jedem Recht zu machen, was zu einer Dramaturgie diesseits global verträglicher Hollywoodware führt.
In Dialogsequenzen wie auch Kriegsszenen überzeugen zwar Kulissen und Ausstattung, führen aber zuverlässig immer nur zum nüchternen Abhaken der Stationen im Wandel Chinas von der Dynastie zur Demokratie. Geredet und gekämpft wird viel, doch trotz des hohen Mitteilungsbedürfnisses von Regenten, Diplomaten und Rebellen wird der politische Aktivismus sowie seine Auswirkungen kaum greifbar. Das überträgt sich auch auf die Darstellergarde; obgleich man beispielsweise Jackie Chan mehr oder minder als Hauptdarsteller ausweisen muss, übt er nur wenig Präsenz aus, und zwar ohne dass sich deshalb andere in den Vordergrund drängen würden.
Es gibt Schlimmeres, gerade handwerklich, aber gerade das lässt „1911“ in die ungeliebte untere Mittelklasse rutschen – keine Kontroversen, kein Radikalismus, kein Spaß.
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