Vom gewohnt dämlichen deutschen Untertitel von SUPERHEROES namens „Voll echte Superhelden“ und dem Cover könnte man meinen, es handelt sich um einen normalen Superhelden Film wie KICK-ASS, SUPER oder Filme ähnlicher Machart. Es ist aber eine zunächst grotesk wirkende bis interessante, und am Ende sogar rührende HBO Dokumentation über „reale Superhelden“ mit einer finalen humanistischen Botschaft.
Sie wird gleich am Anfang durch ein noch nicht ausgelutschtes Zitat von Albert Einstein getragen, das in etwa lautet „Die Welt wird nicht bedroht von dem Bösen, sondern dass wir das Böse zulassen…“. Das passt gut zum Motto der realen Superhelden des Alltags. Es geht nicht tatsächlich um Superkräfte, sondern um die dahinterliegende Supermotivation und die tatsächlichen Supertaten zum Guten der Menschheit durch kleine und große Hilfen im Alltag für die Benachteiligten der Gesellschaft.
Ihre Motivation beziehen die kostümierten Gesellen natürlich aus dem Comicvorlagen und ihre Verkleidungen wirken manchmal lächerlich und im besten Falle bemüht und sportlich-kreativ. Aber das ist Ihnen egal, sie haben eine Mission auch wenn es ganz verschiedene Individuen sind.
Da gibt es den pummeligen Held aus San Diego, der der „Extreme Justice League“ angehört und Power Rangers Fan ist ! Und es gibt die mehr politische motivierte Underground-Bürgenwehr-Superhelden-WG aus Männern und Frauen die sehr sportlich sind, und schlechte Erfahrung und Benachteiligungen in der Kindheit erfahren haben und ihr Tun als Ergänzung zum Schutz der Bürger aufgrund der Unfähigkeit und Korruptheit der offiziellen Polizei sehen.
Eine der Hauptfiguren von SUPERHEROES ist „Master Legend“ des „Team Justice“, er wirkt zwar stets besoffen oder bekifft, aber seine Real-Superheldengruppe sind als einzige in den USA als gemeinnützig anerkannt. Stilistisch ist SUPERHEROES sehr gut gelungen, immer wieder wird das Bild in Comicform aufgeteilt, es gibt schnelle Schnitte und die realen Protagonisten morphen zur Comicfiguren und zurück.
Es gibt kaum Texte aus dem off, sondern die gute bis mäßige deutsche Synchronisation wurde in üblicher Form über den amerikanischen Originalton gelegt. Schade ist ein wenig, dass trotz des interessanten Inhalts und der skurrilen Typen mit positiver Botschaft die Dokumentation etwas konservativ von der Storyline und der Dramaturgie her geraten ist.
Vom Aufbau her könnte es auch eine Dokumentation über Streetworker o.ä. sein und es fehlt gemäß dem Thema etwas mehr Power, ungewöhnliche Aufnahmen und das gewisse Etwas. Das Thema und die bunten Protagonisten hätten es allemal hergegeben.Überraschenderweise ist auch Stan Lee, Godfather of Comics, zum Interview geladen und er hat eine sehr klare Meinung und ist gegen Normalbürger als private Superhelden weil diese nicht entsprechend ausgestattet sind und es gefährlich ist.
Die lohnenswerte Dokumentation ist für jeden der sich für das soziale Phänomen „realer Superhelden“ interessiert aus Mangel an Konkurrenz sehr lohnenswert. Sie schließt mit einem zentralen Satz des Films und dem Motto aller gezeigten realen Superhelden:
„Es ist nicht das Kostüm, das dich zum Superhelden macht, sondern wie Du im Herzen bist und das was Du tust macht Dich zum realen Superhelden“!
7/10 Real heros....äh,....Punkten