Im wilden Nordwesten Kanadas: Tom ist „Buschpilot“ und fliegt Touristen durch die Gegend, während seine Verlobte Vicky (heisst im englischen Originalton Vixen und ist Toms Frau) es mit dem örtlichen Ranger treibt. Da bringt Tom übers Wochenende ein Touri-Pärchen mit; Rudelbums inklusive lesbischer Spielchen ist angesagt. Kaum sind die beiden wieder fort, schmeisst sich Vicky an den Rocker George ran, ein Angestellter Toms (im Originalton gar ihr Bruder!).
Bis dahin ist der Film im Grunde ein Softporno mit den üblichen Rammeleinlagen (okay, der Inzest ist natürlich ein starkes Stück) und dem zu erwartendem billigen Gedudel, fällt aber auf durch stets zweideutige Dialoge, herrlich exaltiertes Schauspiel (ein Highlight: Vickys suggestiver Tanz mit der Forelle) und ein paar schräge Kamerawinkel. Es wird nicht übermässig spannend, aber sehr spassig und da die einigermassen attraktiven Darstellerinnen (üppig, aber nicht mit Ballonbrüsten versehen, wie man sie in späteren Meyer-Werken findet) ständig nackt durchs Bild laufen (allzu explizite Einblicke erwarte man allerdings lieber nicht), gibt’s auch was zu sehen.
Im letzten Filmdrittel tritt dann Mister O’Bannion auf, ein weiterer Kunde Toms, der sich von diesem nach San Francisco fliegen lassen will. Was der Pilot nicht weiss: O’Bannion hat eine Ladung Kokain im Gepäck und heuert Niles, Georges schwarzen Kumpel, an, damit der den Stoff an „seine Leute“ in den USA verticke…
Im letzten Teil drehen die Schauspieler noch ein Stückchen mehr auf (vor allem Erica Gavin als ausgeprägt rassistisches – was Niles sich so alles anhören muss! – Rasseweib Vicky führt die Overacting-Sau Gassi) und sorgen für ein Filmerlebnis der abgehobenen Art. Besonders reizvoll die gesellschaftskritischen Töne, die überaus charmanterweise extrem plakativ dargebracht werden und sich natürlich um den schwarzen Underdog Niles drehen.
Ein bisserl schade, dass augenscheinlich kein grosses Budget zur Verfügung stand und Meyer sich inszenatorisch nicht allzu sehr verausgabt. Dennoch: Insgesamt sehr unterhaltsam, ziemlich kurzweilig (dauert ja auch nur 70 Minuten) und sehenswert.
Die deutsche DVD von Warner ist übrigens der Hohn; wie leider die ganze Meyer-Reihe ohne Extras oder auch nur mit Originalton versehen (hier besonders schmerzlich, eben wegen der entstellenden Synchro).