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Es kann nichts im Hals stecken bleiben, wenn man gar nicht erst lacht

Das hat Kevin Smith stolz produziert und präsentiert? Hm, der sympathische Filmfan und Regisseur war eigentlich (erst recht damals) für einen besseren Geschmack bekannt. Aber genau das ist ja der Punkt, mit dem sich „Vulgar“ die meiste Zeit profiliert. Oder zumindest profilieren will. „Guter schlechter Geschmack“ zu sein. Der Titel und die Prämisse sprechen Bände: in „Vulgar“ nimmt das Leben eines ohnehin schon vom Schicksal erniedrigten Kindergeburtstagsclown eine überraschende Wendung, als er auf einem falschen Gig gegangraped (!) wird...

„Vulgar“ ist im Grunde ein augenzwinkernder Rape&Revenge-Flick, grieselig, daneben und nur selten wirklich in Regionen der (sehr) schwarzen Komödie. Ein Provokateur, eine Kampfansage an das Leben, ein Mittelfinger an Hindernisse und Hater. Dabei allerdings bei weitem nicht so krank und fies, wie er hätte sein können. Skandalfilm würde ich das genauso wenig wie Qualitätsfilm nennen. Aber er hat definitiv seine Momente, Ecken und Kanten, mit denen man erstmal klar kommen muss. Mit der Hauptfigur hat man durchaus Mitleid, die Auflösung ist befriedigend genug, aber im Grunde verlässt er nie seine fest eingeplanten und vorhersehbaren Pfade. Die sind zwar etwas bizarr und in ihrer Balance oft off, zudem auch einen Großteil der Zeit sehr zäh und langatmig - aber man kann ihn sich mal geben. Aus der Versenkung muss diese geschminkte Charakterstudie jetzt aber von niemandem geholt werden. Es sei denn, man ist ein echter Clown-Fetischist. Und etwas Masochist. 

Fazit: vulgär, seltsam und polarisierend. Finde ich immerhin besser als generisch und einheitlich. „Vulgar“ ist in seinen Höhepunkten ein Kuriosum zwischen Rape&Revenge, Schadenfreude und Slackermovie, ohne Frage. Aber auch ein guter Film? Nicht wirklich. Dazu setzt sich keine Zutat durch, dazu fehlt an allen Ausgängen eine Menge. Ein durchschnittlicher, moderner Grindhouse-Titel. 

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