Review

Jeder, der das Wagnis eingeht sich „Nemesis 2“ anzusehen, sollte auf eines achten: Das Drehbuch ist vom Meister selbst und daher noch schlechter als sonst.
Es geht wieder mal um Cyborgs, welche die Erdherrschaft an sich reißen. Die Menschen verbessern ein Mädchen namens Alex genetisch, doch diese flieht mit ihrer Mutter ins 20te Jahrhundert zurück. Doch dort (in Afrika) wird ihre Mutter von Räubern ermordet, die allerdings von einem Stamm umgebracht werden, der den Säugling zu sich nimmt. „Nemesis 2“ ist Albert pur: Alles ist superbillig (null Einschüsse, denn so was kostet ja Geld und erst diese superbillige Erstechszene), Alex` Mutter ballert mit Alberts ’Weapon of Choice’, einer Desert Eagle, unglaublich trashige Cyborg-Spacken wollen Alex’ Mutter an der Flucht hindern usw.
Zur Frau gereift will Alex (Sue Price) eine Kriegerin und besteht die Probe dafür auch. Zwar rastet ein männlicher Krieger vor Empörung aus, aber der wird im Zweikampf ruhig gestellt. Der Muskelberg Sue Price ist (zumindest für meinen Geschmack) kein besonders aufreizender Anblick, aber immerhin eine recht ordentliche Prügelaktrice.

Die Maschinen schicken allerdings den Kopfgeldjäger Nebula hinter Alex her. Der fackelt auch nicht lange und plättet Alex’ Stamm im Vorbeigehen. Diese bleibt natürlich als letzte übrig, kann aber vorher noch ein Messer mit Laserzielvorrichtung (*murharhar*) aus dem Raumschiff, mit dem sie aus der Zukunft kam, bergen. Der Rest des Films ist (wie so oft bei Albert) eine einzige Verfolgungsjagd von Nebula und Alex...
Ui, hier hat Albert mal wieder derbe die Filmgeschichte geplündert: Der Killer aus der Zukunft, eine Idee, die seit „Terminator“ immer wieder gern genommen wird, und dann scheint dieser Killer auch noch der kleine Bruder vom „Predator“ zu sein. Zwar erinnert er vom Aussehen nur ein wenig an diesen, dafür aber in vielen anderen Punkten sehr stark: Sei es nur die verschwommene Aura um ihn herum, die verschiedenen Jagdsichten oder die Waffenwahl (ähnlich: Klaue und Laserkanone).
Die Story ist kaum existent, aber irgendwie braucht der Film die bei seiner geringen Länge (etwas mehr als 70 Minuten) auch nicht. Denn egal wie geklaut die Ideen teilweise sind: Langweilen tut einen „Nemesis 2“ nie. Anfangs braucht der Film etwas um in Schwung zu kommen, aber wenn sich in der zweiten Hälfte Alex, Nebula und einige Rebellen in einem Minenkomplex bekriegen, dann ist es eine Freude.

Denn dann kommt die Action in Schwung. Wenn man die große Menge an Explosionen am Ende betrachtet, fällt auch auf, warum Albert am Anfang so gespart. Zudem springt Sue Price (oder ihr Stuntdouble) sehr akrobatisch und Albert inszeniert die Ballereien wahlweise mit M 16 aus Hüfte oder zwei Knarren im John Woo Stil sehr schön (Zeitlupe usw.).
Sue Price ist weder eine Schönheit noch eine gute Schauspielerin, aber beides gibt es in Alberts Filmen selten. Was Albert hier zu einer Beinahe-Nacktszene (nur die Kehrseite wird gezeigt) bewogen, weiß wohl keiner, vermutlich seine Geschmacksverirrung (auch in „Cyborg“ ersparte er uns nicht die überflüssigen Pfunde am Arsch der Hauptdarstellerin). Die anderen Schauspieler sind auch nicht besser, aber segnen meist sehr schnell das Zeitliche.

Sicher, „Nemesis 2“ ist keine Trash-Offenbarung, aber doch ein recht ordentlicher Film vom Meister selbst.

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