Review

Alex Rain versuchte die Cyborgs zu stoppen. Er versagte. Der Krieg zwischen der Menschheit und den Cyborgs begann vor 73 Jahren. Das war im Jahre 2027. Zehn Jahre später gewannen die Cyborgs den Krieg. Sie hatten die volle Kontrolle auf der Erde. Die Menschen waren ihre Sklaven. Bis ein im Widerstand arbeitender Wissenschaftler ein Super-DNA-Gen erfand, das Menschen mit außergewöhnlichen Kräften ausstattet. Eine Frau brachte diesen “neuen” Menschen zur Welt – ein Mädchen, dem man den Namen Alex gab.

Alex ist im ersten Teil gescheitert, jetzt muß es eben Alex richten. Nur das sich diesmal nicht Olivier Gruner dahinter verbirgt, sondern eine junge Frau, die man nach dem Helden des Vorgängers benannt hat und deren wuchtige Präsenz uns die nächsten drei Teile begleiten soll, die wohl munter alle back to back hingeschludert wurden und deren Qualität stark diametral zur fortlaufenden Nummerierung immer neue inszenatorische Tiefen auslotet.
Das liegt zum einen nicht nur an den schwindenden Budgets, sondern auch an der neuen Hauptdarstellerin, an die man(n) sich erst mal gewöhnen muß. Wer gerne eher zierliche Heldinnen a la Milla Jovovich zusieht, dürfte von diesem femininen Kampfpanzer doch ein wenig verschreckt werden. Sue Price gewann zwar zahlreiche Preise im Bodybuilding, ist aber auf dem schauspielerischen Sektor genau so leer, wie die Steroide-Spritzen auf ihrem Nachtisch (obwohl ich ihr einen gewissen herben Charme nicht ganz absprechen konnte, zumindest bis zum vierten Teil). Aber da darstellerisch die beste Leistung eh von dem alten Kieswerk abgeliefert wurde, in dem der Großteil der Plotte spielt, sollte man nicht gar so streng sein.
Das Drehbuch von Teil zwar paßt zwar ebenfalls wieder locker auf eine einzige DIN A4 Seite und läßt sich auf die Aussage Kampfamazone gegen Android-Kopfgeldjäger reduzieren, ist aber wenigstens immer noch recht unterhaltsam. Nach dem Sieg der Cyborgs gegen die Menschen wird in bester Terminator Tradition zurück in die Zeit gereist, die bösen schicken ihren Nebula Predator hinterher (der Name paßt gut da sein Aussehen durch Verzerrungseffekte ständig nebulös verwabert wird. Man trifft auf ein paar Rebellen zwecks Actionfaktor und kloppt sich in einer heruntergekommenen Fabrik, die Regisseur Pyun die Freudentränen in die Augen getrieben haben muß, wenn man seinen Fimmel für derlei Drehorte ein wenig kennt.
Hier gefällt immerhin, das man sich nicht in Nebensächlichkeiten verzettelt, sondern auf Action und Tempo setzt. Dazu gibt's gratis noch ein paar Shootouts, gar nicht mal schlechtes Stuntwork und vor allem Explosionen satt, besonders am Ende, als man wohl die Erlaubnis bekam die Ruine endgültig zu schrotten. Dazu kommen noch unfreiwillig komödiantische Aspekte, wie ein Kampfmesser mit Laserpointer-Zielvorrichtung (das wohl nutzloseste Gadget seit der atombetriebenen Elektrozahnbürste) und Logiklöchern im Überfluß. Ja, man kann in geselliger Runde hier noch Spaß haben. Insofern noch hier den Daumen nach oben geschoben, das Grauen des Franchises geht aber ab hier erst richtig los.
6/10

Details
Ähnliche Filme