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Bei den Kritiken französischer Zeitungen zu "Jäger des verlorenen Schatzes" stößt Steven Spielberg erstmals auf den Begriff "Tintin". Die Journalisten vergleichen seinen Fim mit den Abenteuern des klassischen Comichelden (im Original Tintin), deren Schöpfer Hergé einst die ligne claire erfand und damit den Stil des francobelgischen Comics bis zum heutige Tag prägt. Während der Dreharbeiten zum 2. Indy-Film ruft Spielberg 1983 Hergé an und bittet ihn um die Filmrechte, die er einige Monate später - nach Hergés Tod - von dessen Witwe erhält.

2 1/2 Jahrzehnte später beauftragt der amerikanische Ausnahmeregisseur ("ET", "Schindlers Liste") die Animationsfirma von Peter Jackson ("Der Herr der Ringe", "King Kong") mit Probeaufnahmen für Hund Struppi, entscheidet darauf Tims Abenteuer im mittlerweile nahezu perfekten Performance-Capture Verfahren zu drehen und macht Jackson zum Second Unit Regisseur. Gemeinsam schaffen sie ein zeitloses Comicabenteuer, das die klassische Handlung mit rasanten zeitgenössigen Action-Szenen garniert. Puristen mögen bemängeln, dass hier mehrere Geschichten miteinander verwurstelt werden: Das Grundgerüst der Handlung ist das gleichnamige Album, es gibt aber auch Elemente aus "Die Krabbe mit den goldenen Scheren" und das Ende von "Der Schatz Rackhams des Roten", dazu tauchen immer wieder liebevoll gestaltete Hergé-Charaktere, wie die Castafiore auf.

Jamie Bell ("Der Adler der Neunten Legion") kann man als Hauptdarsteller noch erahnen, dass die verfremdeten Daniel Craig, Simon Pegg oder Nick Frost ebenfalls mitwirken ist nicht zu erkennen. Wobei sich die Frage stellt, ob das neue Erfolgsduo nicht den 2. Teil der Trilogie als Realfilm drehen sollte. Vielleicht hat Peter Jackson ja den Mut, wenn er für "Der Sonnentempel" selbst auf dem Regiestuhl Platz nimmt? Nichtsdestotrotz ist Teil 1 ein wunderbarer Abenteuerfilm für Alt und Jung geworden! 
(8,5/10)

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