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So richtig vermag der spanische Regisseur Adrián García Bogliano nicht an seinen Teilerfolg „I´ll Never Die Alone“ anknüpfen zu können, obgleich die Prämisse sprichwörtlich für explosive Spannung steht. Doch die Geschichte wirkt phasenweise wie ein Schnellschuss mit unzähligen Logiklöchern.

Roman und seine Bekannte Ali wollten eigentlich nach Jackie, Romans frischer Ex sehen, die sich laut IP-Adresse in einem alten Haus am Rande von Buenos Aires aufhalten soll. Doch kaum befinden sich die beiden in den Räumlichkeiten, werden sie Zeuge, wie zwei alte Käuze Experimente an jungen Frauen durchführen. Und schon bald entdecken sie Jackie, die über und über mit hochexplosivem Nitro Glycerin benetzt ist…

Ein kurzer Prolog soll Aufschluss darüber geben, wie die beiden Kerle an explosive Substanzen gelangen konnten, denn im Text heißt es, dass anno 1975 die Argentinische Antikommunistische Allianz, kurz AAA, zwar zerschlagen wurde, 25 Tonnen Sprengstoff allerdings nie wieder auftauchten. Genauere Ziele der Alten erfährt man allerdings nicht. Einige kurze Flashbacks untermauern zwar eine langjährige Freundschaft mit vielen Zankereien wie etwa bei Waldorf und Statler, nur dass diese eben nie zu Foltermethoden übergingen.

Leider sind die Figurenzeichnungen ansonsten reichlich flach ausgefallen, da man über die Relationen zwischen den jungen Leuten wenig erfährt und Jackie eigentlich erst mitten im Geschehen in die Handlung eingebunden wird. Mit ihr folgen allerdings die spannendsten Szenen, denn mit Nitro bedeckt können ruckartige Bewegungen, eine zu hohe Temperatur oder Reibungen zur sofortigen Detonation führen, wodurch eine sehr mühsame Beförderung rücklings quer durch das morbide Gemäuer notwendig ist.

Damit gehen zahlreiche Nahaufnahmen mit dem titelgebendem kalten Schweiß einher, die körperlich Anspannung wird unzählige Male durch Slow Motion transportiert, während die stets gut positionierte Kamera und der sehr gut abgestimmte Score das makabere Szenario recht gekonnt untermauern.

Allerdings bleibt die Geschichte in den guten Ansätzen stecken, es gesellen sich zahlreiche Unzulänglichkeiten hinzu und auch das Verhalten mehrerer Beteiligter wird zur Geduldsprobe für den Betrachter. Als im letzten Drittel auch noch der Mob von Nebenan mitmischt, wirken einige Szenen geradezu grotesk, da ein alter Mann mit Gehhilfe und Spritze mit Säure nicht so gänzlich unbesiegbar rüberkommt, während der andere unter seinem Schutzanzug kaum eine bedrohliche Wirkung versprüht.

Dennoch hat der Streifen so seine Momente, auch wenn einige eklatante Mankos im Drehbuch den Gesamteindruck nach unten ziehen und Teile der Geschichte wie ein unausgegorener Abklatsch diverser Genrekreationen wirken.
Handwerklich ist indes nichts auszusetzen, die Darsteller liefern ordentliche Performances ab, während die wenigen Splattereffekte durchaus ansehnlich erscheinen.
Sonderliche Innovationen oder gar verblüffende Wendungen sollte man also nicht einplanen, doch bei geringer Erwartungshaltung dürften Terror-Fans einige passable Phasen mitnehmen können.
5,5 von 10

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