Review

Internationale Durchschlagskraft


„JSA“ aka „Joint Security Area“ war zwar noch nicht Park Chan-wooks absoluter internationaler Durchbruch, doch schon in diesem verstrickten Anti-Kriegs-Thriller deutet er mehr als deutlich an, dass er vor zwanzig Jahren einer der ganz großen kommenden Regisseure werden würde. Hier lässt er je zwei Soldaten aus Süd- und Nordkorea in einem abgeschiedenen Grenzposten hocken und sich anfreunden - bis ein grausamer Schusswechsel zu vielen traurigen Toten und weiteren Konflikten der beiden Seiten Koreas führt…

„JSA“ ist eine echte Tour de Force, von Krieg über Drama bis Action und vor allem auch der echten Gefühle. Zwischen Brüdern, zwischen Feinden, zwischen Koreanern. Einmal mehr bestärkt mich der Film in meinem sehnlichen Wunsch, noch während meiner Lebenszeit ein vereintes Korea sehen zu wollen. Chan-wook verschachtelt schon hier, aber ohne es zu übertreiben. Der sehr menschliche und brüderliche Kern wird nie von Style und Oberfläche übertüncht. Ganz im Gegenteil. Die Blicke, die Verzweiflung, das Glück. Die Grenze. Alles liegt so nah beisammen. Und wenn es zu Shoot Outs kommt ist „JSA“ zudem nicht zimperlich. Der Score ist echt berührend und sensibel. Und genau diese taktilen Gefühle und Eindrücke sind es, die noch erstaunlich lange nachhallen. Wie jung hier Kang-ho noch war… Das komplette Ding altert wie ein guter Wein. 

Fazit: intensiver und spannender, verwickelter und kritischer, mörderischer und doch irgendwie hoffnungsvoller Kriegsthriller vom „Oldboy“-Macher - der bei Kennern schon mit diesem „JSA“ den Durchbruch schaffte! 

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