B-Filmer und Regisseur der tausend Pseudonyme Jim Wynorski schafft es mit seinem wie immer schlicht produzierten Streifen erwartungsgemäß nicht, Arachnophobiker in die Enge zu treiben, doch als locker gestalteter Trash könnten anspruchslose Tierhorrorfans eventuell auf ihre Kosten kommen.
Die Sache beginnt mit einem Feuergefecht in Afghanistan, wo sich amerikanische Soldaten über den plötzlichen Rückzug der Feinde wundern, ohne mitzubekommen, dass diese von relativ großen Spinnen überrumpelt werden. Was sie ebenfalls nicht checken, ist der Transport kleinerer Exemplare im Körper einer Leiche, die später in der Einöde Arizonas Jagd auf Studenten und Besucher eines Diners anzetteln…
Walzenspinnen können zwar bis zu acht Zentimeter lang werden, doch Exemplare von fast einem Meter dürften selbst in isolierten Talibangebieten selten vorkommen. Woher deren Sprungkraft rühren soll, wird nicht näher hinterfragt, doch für die schlichten Effekte kam diese Idee gelegen, denn die Viecher landen nach einem beherzten Sprung stets im Gesicht des jeweiligen Opfers, wonach ein wenig CGI-Blut das Verenden desselbigen veranschaulichen soll. Wirklich detailliert sind die Arachniden natürlich nicht in Szene gesetzt, doch für Tierhorror der B-Klasse reichen die Effekte völlig aus.
Figurentechnisch setzt die Handlung auf eine Reihe Klischeefiguren, wobei die Helden in Form eines Captains und seines weiblichen Sergeants keine überdurchschnittliche Charaktertiefe erhalten, da weder Emotionen zu verzeichnen ist, noch eine Hintergrundstory, beispielsweise in Sachen Traumabewältigung in die Runde geworfen wird. Immerhin sorgen die übrigen Protagonisten für ordentlichen Drive, zumal ein parallel angelegter Nebenhandlungsstrang mit Studenten auf der Flucht für etwas Abwechslung sorgt.
So wird lediglich angedeutet was ein Sandteufel sein könnte, während die eigentliche Mutation der Spinnen nie hinterfragt wird, sondern man ballert mit allem und dauerhaft auf die Achtbeiner ein. Hinzu kommen gleich mehrere Fluchten vom Verbarrikadierungsgebäude zum Auto, einige Kellererkundungen und die Erkenntnis, dass die Mutanten ihre Opfer nur äußerst selten einweben, was in genau dieser Szene auch den lächerlichsten Effekt hervorbringt.
Ansonsten entpuppen sich sämtliche Mimen als nicht allzu große Leuchten, bleiben jedoch im Gesamtbild auf tauglichem Niveau, was ebenfalls für Schnitt, Kamera und den stets galoppierenden Score gilt.
Erzählerisch wird ein ordentliches Tempo gefahren, nur im Mittelteil sind leichte Hänger zu verzeichnen, als es zu banalen Zwischenmenschlichen kommt und den Spinnen eine kurze Angriffspause eingeräumt wird.
Wer sich also mit den schlichten Produktionen von Wynorski anfreunden kann, keine simple und oftmals unlogische Story scheut und nicht den höchsten Anspruch auf hochwertig in Szene gesetzte Monster hegt, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren, wobei eingefleischte Tierhorrorfans besser auf Artverwandte wie „Arachnophobia“ oder „Mörderspinnen“ zurückgreifen, denn ein Genrebeitrag ohne Computereffekte wäre auch mal wieder willkommen…
5,5 von 10