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Let's play a Game, The Bunny Game. Der Film der A Serbian Film wie einen Kindergartenbesuch aussehen lassen sollte. Was sich Illusions bei dieser Vermarktung gedacht hat ist mir schleierhaft, da Bunny Game mit A Serbian Film absolut nichts gemein hat.

Bunny ist eine Nutte, die sich mit Sex und anderen Sachen Geld verdient, um sich neue Drogen kaufen zu können. Diese braucht sie um ihr Leben ertragen zu können. Ein Teufelskreis. Eines Tages wird sie von einem Trucker entführt und bis zum Ende ihrer Kräfte gequält.

Die Story von Bunny Game ist wirklich sehr dünn und wird auch zu keinem Zeitpunkt richtig erklärt. Man erlebt einfach nur, wie Bunny immer weiter, im Sumpf von Quälereien und Drogen, nach unten gezogen wird. Das ist auch schon der erste große Unterschied zu dem Serben. Der Serbe besitzt eine schlüssige und vorallem sehr spannende Story, die den Zuschauer fesselt und im Verlauf des Films immer wieder schockt. Bei Bunny Game wird versucht, durch die Leistung von Bunny (Rodleen Getsic) eine Bindung des Zuschauers zu dem Film zu erzeugen. Bei den Schauspielern ähnelt Bunny Game schon eher dem Serben, auch wenn die Cast deutlich kleiner ist, so überzeugen die Schauspieler trotzdem und jeder gibt sein bestes. Man nimmt den zwei Hauptcharakteren zu jeder Zeit ab, was sie spielen.

Schnitttechnisch weiß Bunny Game zu überzeugen, d.h. wenn man sich auf ein Schnittfeuerwerk einstellt, welches bei manchen Zuschauern sicherlich zu Kopfweh und Epilepsie führen könnte. Immer wieder bekommt man Stakatoartige Schnitte präsentiert, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen wollen. Dadurch entsteht eine enorme psychische Belastung für den Zuschauer, der sowohl die Abarten des Truckers als auch die Schnittfolge über sich ergehen lassen muss. Der Serbe hingegen wartet eher mit professionellen Schnitten auf, welche hervorragend umgesetzt sind und dadurch auch eine höhe Qualität besitzen.

Bei der Musik hat man sich für harten Metal entschieden, der wie die Faust aufs Auge zu dem schnellen Stakatoschnitt passt. Ansonsten wirkt die Musik eher desorientierend für den Zuschauer und verursacht eine Art Beklemmtheit. Zudem sorgt der Einsatz der S/W-Optik bei Bunny Game dafür, dass der Film wie ein Experimentalfilm wirkt. Laut Aussagen des Regisseurs (nachzulesen im Booklet des Mediabooks), hat er sich an Eraserhead und Meshes in the Afternoon orientiert. Die Qualitäten von Eraserhead (den anderen Film kenne ich noch nicht), erreicht der Film zwar nie, dennoch erzeugt die S/W-Optik einen netten beklemmenden und trostlosen Effekt.

Kommen wir zu der Härte. Beim Serben wurde diese sehr weise erst am Schluss genutzt und nach dem Aufbau einer Idylle wirkte diese umso härter. Bei Bunny Game hingegen bekommt man kaum wirklich harte Effekte zu Gesicht. Das Ganze spielt sich eher auf einer psychischen Ebene ab. Man wird Zeuge der Zerstörung einer jungen Seele. Bunny, welche von Anfang an leidet, wird nach der Entführung durch den Trucker immer weiter gedemütigt, gefesselt und misshandelt, sodass ihre Seele irgendwann zerstört ist. Das Ende ist dann zwar ganz anders, aber nicht weniger schockierend als beim Serben.

So kann man am Ende nur sagen, dass keiner den Fehler machen sollte und bei Bunny Game einen hochklassigen Thriller der Marke ASF zu erwarten. Eher kann man Bunny Game als kleinen psychischen Höllenritt in S/W bezeichnen. Wer sich auf solche Filme einlassen kann, der kann einen Blick riskieren, besonders für Fans von Stakatoschnittartigen Klang- und Bildgewittern, mit Hang zum Kontroversen könnte dieser Film etwas sein.

Wertung entfällt, da man entweder was damit anfangen kann, oder eben nicht.

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