Gerne würde man über einen Independentfilm im Horrorbereich etwas Positives berichten; eine außergewöhnlich raffinierte Prämisse loben, eine ambitionierte Optik anpreisen oder zumindest über gut gemachte Splattereffekte berichten, doch „Bunny Game“ ist mal wieder einer von denen, die rein gar nichts vernünftig hinbekommen.
Das setzt bereits mit den Schwarzweißbildern ein, denn als Stilmittel bleibt es genauso unpointiert wie der Rest der Geschichte, welche damit zusammengefasst ist, dass die titelgebende Straßennutte Bunny vom grobschlächtigen Trucker Hog verschleppt und ein paar Tage nicht so gut behandelt wird.
Die wenigen unwichtigen Dialoge hat Autor und Regisseur Adam Rehmeier wahrscheinlich auf die Rückseite eines Kassenbons gekritzelt und sich augenscheinlich auch keine weiteren Gedanken über ein sinnvolles Skript gemacht. In der ersten Viertelstunde erfahren wir, wie dreckig es einer Koks-Hure im Teufelskreis geht, um dann in die Wüste geschickt zu werden, wo der Trucker sein Opfer im Laderaum in Ketten hält, sie ab und an betatscht, ihr eine Glatze rasiert und ein Branding auf den Rücken verabreicht.
Über derartige Gewalteinlagen kommt die physische Gewalt jedoch nicht hinaus, es fließt nicht ein Tropfen Blut, obgleich bei dem auf Dauer nervigen Gekreische mindestens der Dünndarm ohne Narkose entnommen worden sein müsste.
Stattdessen ergeben sich hektische Schnittfolgen, eine wackelige Kamera und ein anstrengendes Spiel mit eingeschränktem Sichtfeld, was die Chose nicht spannender, sondern nur noch nerviger gestaltet.
Folgerichtig ergibt sich auf beiden Seiten kein Mitfiebern, da die Figurenzeichnungen gegen Null tendieren und eine Motivation seitens des Peinigers bis zum Schluss nicht ersichtlich wird. Entsprechend gibt es auch keinen Showdown, sondern einen eher offen gehaltenen Ausgang, der jedoch weder eine Message, noch eine Pointe beinhaltet.
Nun mögen manche Stimmen behaupten, dass in diesem Streifen alles echt sei und einer Darstellerin, die sich ihren Nachnamen auf den Arm tätowieren lässt, ist sicherlich auch einiges zuzutrauen, doch bereits beim expliziten Blowjob sieht man das sterile Latex und die fehlenden Anzeichen eines Präejakulats genauso, wie die stark gedämpften Ohrfeigen und die nicht wirklich authentisch in Szene gesetzten Brandwunden, die trotz der schwammigen Schwarzweißbilder lediglich einen halbwegs bemühten Make-up Effekt darstellen.
Gewalt muss nicht zwangsläufig explizit dargestellt werden, um die volle Wirkung beim Betrachter zu erzeugen, doch ein Mitfiebern sollte zumindest gegeben sein, was sich hier zu keiner Zeit einstellt. Stattdessen wohnt man einem debilen Geschluchze und Gekreische bei, einem Trucker unter Drogen, der sich gerne mal selbst die Plastiktüte über die bärtige Visage zieht, um im nächsten Moment mit der Handkamera an seinem Opfer in Ketten herumzufummeln. Harmlos, langatmig, nervig und über die Maße inhaltslos, - ein klarer Fall für die Tonne.
1,5 von 10