Keine Luft durch eine Plastiktüte. Ein Blowjob. Drogen. Ein bisschen Schminke, Haare zurecht machen, Prostitution. Alles in s/w. Eine Frau.
Eine junge Frau geht die Straße entlang. Wieder Drogen, wahrscheinlich Kokain. Sex. Oder Vergewaltigung? Hinterher eine Dusche, wieder die Straße. Irgendeine Großstadt der Neuzeit. Sex an einer Häuserecke. Ein bescheidenes Mahl, auf dem Boden eingenommen.
Abblende. Kokain, ein wenig Schminke, kein Dialog.
Sie ist betäubt. Der nächste Freier, irgendein Hotelzimmer. Abblende. Bestohlen. Schmutzig fühlen. Abblende. Auf der Straße. Mitten in die Einfahrt pissen. Etwas weiter. Duschen, Stille. Ein Truck hält an. Sie steigt ein. Drogen werden durch die Nase konsumiert. Der Trucker möchte sie näher kennen lernen. Sie wird betäubt. Er nimmt sie mit. Gegen ihren Willen. Der Fremde fährt in Richtung Wüste. Sie bleibt bewusstlos. Der Highway wird verlassen. Die Ladefläche des LKW wird geöffnet. Stille. Warten. Abblende.
Er schneidet ihr mit einem Messer die Kleidung auf. Begrapscht sie. Aufwachen! Licht an - Licht aus. Abblende.
Die Haare werden geschnitten und später abrasiert. Befummeln. Mal wieder. Man schlägt sie, doch sie wird nicht wach. Eine Kamera. Diverse Posen, obszöne Posen. Ganz langsam kommt sie wieder zu sich. Als sie merkt, dass sie angekettet ist, fängt sie an zu schreien. Abblende. Er schärft sein Messer. Wieder Abblende.
Miststück. Anfassen. Betäubt. Wach werden. Abblende.
Es wird Nacht. Eine andere Frau. Oder die Selbe? Dunkelheit. Abblende. Er bläst in eine Tüte.
Fesseln mit Klebeband. Eine Glatze scheren. Zuschlagen. Abblende.
Schreien. Abblende. Sie soll ruhig sein. An einer Kette wird sie nach draußen gezerrt. Dann eine Maulsperre und Eintrichtern von Alkohol. Wieder draußen. Halbnackt auf allen Vieren. Abblende. Ein Ganzkörperanzug. Für ihn. Ein Metallgegenstand wird für ein Brandzeichen erhitzt. 5 Tage sind bereits vergangen. Befummeln.
Jetzt wird das Bunny Game gespielt. Sie ist nackt und bekommt eine Maske auf. Auch er trägt eine. Sie wird in ihrem Outfit nach draußen gebracht. Erniedrigt. Er fragt über Funk nach Jonas. Ein wirrer Ausdruck auf seinem Gesicht, wie wahnsinnig. In eine Tüte atmen. Sie ist gefesselt. Trägt einen Hasenkopf. Abblende.
Eine Plastikfolie. Der LKW geht auf. Sie wird nach draußen gebracht, ohne Maske. Niemand wird sie hier draußen schreien hören. Abblende. Schläge. Geschrei. Abblende. Plastiktüte. Würgen. Abblende. Nachdenken. Abblende. Noch ein Brandzeichen. Sie wird Jonas gefallen. Zwei Brandzeichen auf dem Rücken. Nackt, aber nicht mehr gefesselt. Der LKW ist offen.
Sie läuft nackt aus dem LKW, vorbei an weiteren Trucks. Wahnsinnig. Irre. Panisch. Am Boden liegen. Auf ein Kreuz gebunden. Fertig. Fix und fertig. Streichholzziehen. Sie gewinnt. Zum LKW zurück. Ein Wagen hält. Der Trucker übergibt sie an den anderen. Der Wagen fährt weg.
Einer der größten Mistfilme, die ich je gesehen habe, da einfach nichts passiert. Die Rezension ist hier absichtlich so gehalten, wie der Film gezeigt wurde, nämlich als Einzelbilder, teilweise ohne Zusammenhang. In schwarz-weiß. Die Handlung erschließt sich nicht wirklich, und auch den Namen der Protagonistin würde man nicht kennen, wenn man nicht den Klappentext gelesen hätte: Sylvia Grey. Was hat das mit dem Film zu tun? Nichts, absolut nichts. Es ist unrelevant, wie jemand im Film heißt, aber wenn man schon in schwarz-weiß dreht, dann sollte man das zumindest so machen, dass man auch erkennt, ob es sich nun um eine oder zwei Frauen handelt, denn blond ist blond und nicht dunkel.
Die Brutalität ist hier zwar psychischer Natur und die Hauptperson muss fürchterlich leiden, doch kann ich dem absolut nichts abgewinnen, da der Film eher als Sado-Maso-Experimental-Film als als Horror-Film rüber kommt. Vielleicht liegt das an den Masken, aber mit Sylvia hat man eigentlich kein richtiges Mitleid, zumindest ich nicht. Manchmal ist es einfach nur ein lautes Schreien, was gezeigt wird, so ganz ohne Sinn und Verstand. Wie sollte auch Sinn zusammen kommen, denn ich würde behaupten, dass der Film maximal eine Seite Text Schriftgröße 14 hat.
Zu leise ist der Film außerdem. In Ansätzen ist etwas Gutes vorhanden, denn die Musik ist sehr experimentell. Dann ist wieder gar nichts zuhören, weshalb ich den Film insgesamt als viel zu leise empfinde.
Abschließend frage ich mich einfach: Was soll das hier? Warum macht jemand einen solchen Film, der im Vergleich weder besonders grausam noch sonderlich vor Energie und Spannung strotzt? Als Experimentalfilm vielleicht gerade noch so tragbar, aber jeder normale Horrorfan braucht schon etwas mehr als eine 5 Minuten Handlung, die auf 77 Minuten gedehnt worden ist. Vor allem hat ein Horrorfilm entweder Schockmomente wie in den klassischen Slashern oder Folterelemente wie in den Torture Porns, um nur auf zwei Vertreter eingehen zu wollen, und beides ist hier nicht vorhanden, weshalb ich The Bunny Game noch nicht mal als Horrorfilm bezeichnen würde.
Außerdem: Was ist jetzt das Bunny Game? Es wird namentlich genannt, aber wie das genau aussieht, bleibt auch hier verborgen bzw. versickert in einem durchschnittlichen schwarz-weiß mit dem Hang zu Grau.
Zu guter Letzt noch die Wertung: 01/10, für einen Film, der bei Schlaflosigkeit Wunder vollbringen mag als abendliche Unterhaltung aber gänzlich ungeeignet ist.