Review
von Leimbacher-Mario
Sick Fuck
„The Bunny Game“ von Adam Rehmeier, der dieses Jahr mit „Dinner In America“ gar das Center Piece des Fantasy Filmfests stellt und scheinbar eine gigantische Entwicklung seit diesem Debüt hier hingelegt hat, erzählt von einer jungen Drogenabhängigen, die sich für ihre zerstörerische Sucht prostituiert. Dort wird sie oft genug von Männern misshandelt, objektisiert und körperlich wie seelisch verletzt - doch was sie dann bei einem alten, fiesen Trucker in dessen Wagen mitten in der Wüste durchmachen muss, erinnert an alte „Guinea Pig“-Streifen, nur in schwarzweiß und etwas künstlerischer, fast schon experimentell...
Das ist ein Angriff auf alle Sinne sowie den halbwegs guten Geschmack. Das mag Kunst sein - für die meisten kann das allerdings weg. Wie eine biestige und brutale Mixtur aus „Grotesque“ und „Scorpio Rising“, aus „August Underground“ und „Carnage Park“, aus Wannabe-Snuff-Filmchen und Fetischporno. „The Bunny Game“ hat definitiv prall gefüllte Eier und geht keine Kompromisse ein - was 98% der Zuschauer schockiert und angewidert verschrecken, abdrehen lassen wird. 1% (wie ich) lobt dann immerhin noch ein paar handwerkliche, atmosphärische und psychodelisch-verstörende Ansätze und Bilder. Und für die übrigen 1% ist das in alter Tradition eine Art heiliger Torturegral, geiler Scheiss, ein lang ersehnter und selten entdeckter Grenzgänger. Als Sinn der ganzen Foltermühle (für die Hauptfigur wie uns Zuschauer) würde ich sogar eine extrem gut versteckte feministische Botschaft sehen, dass die doch bitte nicht alles mit sich machen lassen sollten. Aber das ist arg hinter zehn eiserne, rostige, angespuckte und vollgesaute Vorhänge interpretiert.
Fazit: wenn Torture Porn auf Arthouse und sogar schon Experimentalkino trifft - „The Bunny Game“ ist ein garstiges Regiedebüt und ein moderner Sicko für die ganze Familie... an gestörten Gewaltfetischisten! Ziemlich pfui, gefühlt ein gutes Stück frauenverachtend, pervers und krank. Zudem nicht klar sinnvoll, um es mal dezent auszudrücken, recht stumpf und einseitig, langatmig, schwer zu ertragen. Und dennoch nicht ganz ohne seine Lockmittel und Schauwerte. Mitternachtskino der dreckigsten Sorte. Muss ich nicht öfter über mich ergehen lassen.