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Früher wurde die Bluescreen-Technik immer dann eingesetzt, wenn es für den Regisseur unmöglich schien, seine Figuren in realer Umgebung zu filmen, so wie beim berühmten Wagenrennen in „Ben Hur“ oder der Schlängelfahrt von Cary Grant in „Der unsichtbare Dritte“. Heutzutage hat sich diese Methode fast erledigt, es sei denn ein Regisseur wie Drew Maxwell bekommt es noch nicht einmal hin, eine schlichte apokalyptische Kulisse modellieren zu lassen, denn hierfür muss eine starre Computerlandschaft herhalten, die den Eindruck eines billigen Theaterstückes erweckt.

Zu einer Zeit nach einem Supergau, der die Menschheit entwicklungstechnisch ins Mittelalter zurück katapultierte: Xan und sein Kollege Cal wollen nach einer Schlacht mit dem erbeuteten Silber vor dem Kriegsherrn fliehen und kämpfen sich mit ihren Männern bis ins verbotene Schattenland durch. Die weiß maskierten Damen des Kriegsherrn auf ihren Versen, machen sie rasch blutige Bekanntschaft mit fliegenden Monstern, so dass den Überlebenden nichts als ein gemeinsamer Kampf gegen die flinken Biester übrig bleibt…

Es ist oft von Vorteil, wenn man innerhalb der Exposition bereits jene Computereffekte zu Gesicht bekommt, die im Verlauf den Ton angeben werden, denn in diesem Fall stellt sich sofort Ernüchterung ein: Mangelnde Texturen, fast fehlende Schatten und grobe Konturen der fliegenden Kreatur weisen auf eine rasche Abwicklung am Rechner hin und das soll sich im Zuge der Inszenierung auch nicht mehr ändern.

Figurentechnisch bleibt die Chose ohnehin recht vage, zumal kaum Hintergründe der Geschichte angerissen werden. Man erfährt weder, welche Parteien in Kriege und Schlachten verwickelt sind, noch, wie es zu dieser kulturellen Rückentwicklung gekommen ist.
Die Szenen der ersten Schlacht machen jedoch deutlich, wie wenig Wert auf Ausstattung gelegt wurde, denn die Figuren fechten quasi vor einer Leinwand, die später durch ein unbewegliches Computerbild ersetzt wird, was nicht nur trashig, sondern dreist anmutet.

Immerhin ist der austauschbare Wald echt, durch den gefühlte zwanzig Minuten ununterbrochen gelatscht wird, ohne dass überhaupt eine Bedrohung spürbar wäre. In weiter Ferne mal ein Grollen oder Zischen der Monster, ansonsten bleiben nur kleinere Schwertkämpfe gegen die Weißmasken des Kriegsherrn, welcher durch seine künstlich tiefer gelegte Stimme allenfalls ein Schmunzeln der unfreiwilligen Komik entlocken kann.
Zwischenzeitlich wundert es eher, dass der Score unaufhaltsam mit seinen heroischen Klängen nach vorne marschiert, denn inhaltlich tritt die Chose lange Zeit auf der Stelle.

Blutleere herrscht jedoch weiterhin mit den Angriffen der nicht näher betitelten Monster, die ab Mitte des Geschehens ins Spiel kommen. Einzig eine Lanze im Bauch per CGI ist auszumachen, das Zuschlagen der Kreaturen erfolgt hingegen komplett unblutig.
Jene entsprechen einer optischen Mischung aus Alien und Gargoyle, mit spitz zulaufendem Schädel, langen Zähnen, weiten Flügeln und schätzungsweise drei Augen auf jeder Seite (was nicht genauer zu erkennen ist).

So wird Xan mit einem Erlebnis aus seiner Kindheit erneut konfrontiert, man schmilzt Silber, um die Speere darin einzutauchen und am Ende begibt man sich in die Höhle des Löwen, einen alten Schacht des Militärs, der aus unerfindlichen Gründen noch gut erhalten ist.
Doch auch die finalen Auseinandersetzungen lassen kaum Spannung aufkommen, da die schlecht animierten Viecher auch unter der Erde übel in Szene gesetzt sind und die Kamera jede Form von Dynamik vermissen lässt.

Insofern kann man sich den Streifen komplett sparen, selbst Trashfans werden nur vage bedient. Die dünne Story bringt kaum Abwechslung, die Angriffe der Monster wenig Tempo und die durchweg hölzernen Darsteller geben dem Ganzen den Rest.
Immerhin bleibt sich Regisseur Maxwell bis zur letzten Einstellung treu, denn da greift er erneut auf starres Hintergrundmaterial zurück, - selbst der Dreh vor einem von Bergen umgebenen Dorf war ihm offenbar zu kostspielig…
2,5 von 10

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