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Auf den Spuren von Robin Hood

Josh Kovaks (Ben Stiller) kann sich im Grunde nicht beschweren: Er hat einen guten Job als Manager eines Luxusapartmentkomplexes und seine Angestellten sind ihm treu ergeben. Die Treue reicht so weit, dass sie ihm ihre Ersparnisse anvertrauen, um sie von Wall Street Mogul Arthur Shaw vermehren zu lassen.

Eines Tages beobachtet Kovaks eine vermeintliche Enführung von Shaw, die sich aber als Fluchtversuch rausstellt, denn dessen Geschäftspraktiken waren nicht so gänzlich ehrlich und die anvertrauten Ersparnisse sind flöten gegangen. Da platzt Josh der Kragen und er sagt Shaw ordentlich die Meinung, indem er u.a. seinen teuren Ferrari demoliert. Keine wirklich gute Idee, denn er wird gefeuert. Von FBI Agentin Claire Denham erfährt er jedoch, dass Shaw es irgendwie geschafft hat, 20 Millionen Dollar zu veruntreuen und in einem Safe zu bunkern.

Eine gute Gelegenheit, sich mal wieder mit Kindergartenfreund Slide (Eddie Murphy) zu treffen und einen wahnwitzigen Coup in die Tat umzusetzen. Was Robin Hood konnte, können Josh und seine Freunde schon lange.


Mit dem Titel Aushilfsgangster sowie den Namen Ben Stiller und Eddie Murphy verbinde ich eigentlich eine (actionlastige) Komödie mit reichlich derben Sprüchen. Das ist leider nicht der Fall. Vielmehr gibt es einen von Oceans Eleven inspirierten Thriller zu sehen, der quasi eine moderne Variante der Robin Hood Geschichte erzählt.

Der englische Originaltitel Tower Heist beschreibt die Thematik denn auch viel treffender als der völlig irreführende deutsche Titel. Keine Ahnung, wer auf die Idee kam, ihn so zu benennen, die beste Entscheidung war es definitiv nicht.

Betrachtet man den Film aber nicht als typische Ben Stiller-Komödie, sondern vielmehr als Gangsterstreifen mit humorigen Einsprengseln kann er durchaus überzeugen. Das Hauptproblem bleibt dennoch das erste Drittel, welches sehr zähflüssig und spannungsarm inszeniert ist. Auch die mangelnden Gags lassen die erste halbe Stunde nur eher zögerlich rumgehen.

Ab dem Punkt, wo der Coup geplant wird nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf und es werden auch mehr und bessere Witze losgelassen, die das Sehvergnügen doch deutlich steigern. Eddie Murphy - befremdlich wirkend mit neuer Synchronstimme - darf dann richtig aufdrehen und stellt Ben Stiller streckenweise in den Schatten.

Leider schafft es aber auch die gelungene zweite Hälfte nicht, den Film auf eine höhere Wertung zu hieven, da der eigentliche Raubzug ebenfalls nicht so spannend ist, wie er es womöglich sein könnte. Alles in Allem läuft die Sache etwas zu rund und problemlos, die zu erwartenden Rückschläge kommen nicht wirklich überraschend. Hollywoodtypisch siegt am Ende natürlich die Gerechtigkeit und der böse Börsenspekulant bekommt was er verdient.

Schade, da wäre definitiv mehr drin gewesen. Das erste Drittel mit mehr Gags spicken und Tempo einbauen und den Raubzug unvorhersehbarer und spannender gestalten hätten dem Film gut getan. Die Schauspieler können überzeugen und sind für ihre Rollen gut besetzt. So bleibt ein ganz netter Gangsterfilm, den man einmal anschauen kann, aber kein Kandidat für Filmabende sein wird.

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