Weihnachtsmuffel machen bekanntlich einen großen Bogen um die typischen Disney Vertreter, die bereits zur Hälfte der Geschichte im Kitsch versinken. Umso erfrischender offenbart der Animationsfilm der Aardman Studios, wie sich zeitgenössische Sehgewohnheiten mit dem Geist der Weihnacht verbinden lassen.
Am Nordpol herrscht mal wieder Hochbetrieb vor den Feiertagen, denn mittlerweile werden 2 Milliarden Geschenke mit einem Raumschiff und einer Armee von Elfen verteilt. Doch dann fällt Arthur auf, dass ein Geschenk vergessen wurde. So machen sich er und Großvater Santa auf, das letzte Geschenk abzuliefern, bevor das zu beschenkende Kind erwacht…
Natürlich glaubt man nicht an den Weihnachtsmann, denn ein alter Sack mit ein paar Rentieren kann doch niemals so viele Geschenke innerhalb einer Nacht verteilen, doch das Intro zeigt recht anschaulich, mit welchen hochmodernen technischen Gimmicks all dies möglich sein kann, wobei man selbst als Erwachsener schnell den Überblick in dem Gewimmel verlieren kann.
Bei den Figuren sticht eindeutig der 136jährige Opa hervor, der mit seiner grimmigen Art gerne mal das Gebiss verliert und Veteranenanekdoten preisgibt. Hauptfigur Arthur ist demgegenüber ein wenig konturlos ausgefallen, er ist halt der unterschätzte Sohn von Santa, der im Vergleich zu seinem Bruder Steve nicht viel auf die Reihe bekommt und in letzter Minute das vergessene Weihnachtsgeschenk ausliefern will, was mit einigen Turbulenzen einhergeht.
Da landet man anstatt in England in der Serengeti, versucht ein paar Kilometer über den Atlantik zu rudern, verliert zwischenzeitlich ein paar Rentiere und muss am Ende doch auf das Navi des Verpackungselfen zurückgreifen.
Das Erzähltempo ist enorm hoch, die Action rasant inszeniert und sehr gut animiert, nur einige Tiere sehen etwas plump gestaltet aus, während die Mimik der Figuren vor allem emotionale Momente sehr gut auf den Punkt bringt.
Inhaltliche Themen wie Respekt vor älteren Generationen und entsprechende Vater-Sohn-Probleme dürften die jüngeren Zuschauer indes nicht sonderlich berühren und vielleicht wird für einige auch der ursprüngliche Zauber der Weihnacht ein wenig entmystifiziert, doch Erwachsene dürften an den vielen Details und einigen markigen Sprüchen ihren Spaß haben, auch wenn es im letzten Drittel unvermeidbar ein wenig rührselig wird.
Ob ein schottischer Elf, ein Rentier mit Halskrause oder panische Politiker, die hinter dem Rentierschlitten Außerirdische vermuten, - „Arthur Weihnachtsmann“ ist ein kreativer Streifen, der rasant inszeniert ist, mit einer guten Portion Humor daherkommt, nur innerhalb der Erzählung eher überraschungsfrei abläuft.
Dennoch dürfte er auch Leuten gefallen, die es nicht sonderlich mit Glitzer, bunten Lichtern und einer Überdosis Schmalz an den Weihnachtstagen zu tun haben wollen, denn für genügend Kurzweil sorgen die rund 97 Minuten Spaß allemal.
7,5 von 10