*** SPOILERWARNUNG ***
Weihnachtsmänner kommen und gehen. Die am Nordpol residierenden Geschenkeverteiler wurden in der Geschichte durch ihre jeweiligen Nachfolger abgelöst und so spekuliert Steve darauf, dass sein Vater nach seinem nun siebzigsten Einsatz in der Weihnachtsnacht dem Sohnemann den Staffelstab übergibt. Da ist ein Detail wie ein vergessenes Kind, das nicht mit einem Geschenk bedacht wurde, eine nicht weiter wichtige Lappalie. Doch es gibt jemanden, der das anders sieht und so macht sich Arthur, ebenfalls Sohn des amtierenden Weihnachtsmanns, mit seinem Opa und der Elfe Bryony auf den Weg, das letzte Geschenk auszuliefern.
Denn darauf kommt es schließlich an. Selbst wenn der Baum schon von Paketen umsäumt ist, das eine muss da auch noch hin. Und dafür setzen Arthur & Co. in dem Animationsfilm von Aardman Animations alles in Bewegung. Über den Sinn des Ganzen kann man da streiten, bei mir blieb mal wieder hängen, dass Weihnachten ohne Geschenk nicht viel wert zu sein scheint.
Der von Sarah Smith inszenierte Streifen verpackt das immerhin in eine temporeiche, aber auch mitunter laute und anstrengende Präsentation. Die Modernisierung der alten Santa-und-Elfen-Konstruktion ist dabei interessant, ist das hier doch ein durchgetaktetes High-Tech-Unternehmen mitsamt militant anmutender Geschenkeverteilungstruppe. So richtig sympathisch will mir das aber nicht erscheinen, trotz der sich entwickelnden Rückbesinnung auf Handwerk und Aktionswillen.
Da trifft es das zentrale Trio schon besser. Arthur ist zwar der übliche Tollpatsch mit dem Herz am rechten Fleck, den man in solchen Filmen schon hundertfach gesehen hat, doch im Verbund mit seinem manch witzigen Kommentar abgebenden Opa und der Elfe Bryony ergibt sich ein unterhaltsames Gespann. Der Rest, heißt der eigentliche Weihnachtsmann und dessen Sohn Steve, bleiben Randfiguren. Das macht allerdings nicht viel, die beiden bleiben sowieso stets in ihren Rollen gefangen.
Dass bei der Auslieferungssequenz zu Beginn auch in Deutschland Geschenke in der Nacht auf den 25.12. verteilt werden ist mal grundverkehrt, das Figurendesign ist gelungen und merkwürdig zugleich. Es sind die Augen. Irgendwas stimmt mit der Form nicht, wobei die Elfen dazu noch überwiegend debil aussehen.
Kurzweilig ist das hier durchaus, aber auch ziemlich leer. Dem Trio Arthur, Opa und Bryony mag man gerne zusehen, was Dramaturgie und Aussage angeht funktioniert das für mich insgesamt aber weniger. Eher ausgelegt auf Rasanz denn Emotion, eher Zirkus denn Stimmung. Der Funke sprang nicht über.