Astron-6s zweiter Streich
Eine faire Bewertung für diesen etwas längeren Kurzfilm ist kaum möglich, denn nach normalem Denken & Gewohnheiten, ist das einfach billigster Müll. Wer das aber ernsthaft denkt, hat kein Herz für schlechte Filme & Sci-Fi-Klassiker, hat sogar den (Un)Sinn dieses köstlichen Schunds missverstanden. Rodriguez/Tarantino haben vielleicht das Grindhouse (in den Mainstream) zurückgebracht & "Kung Fury" oder "Turbo Kid" halten momentan die trashig-liebevolle Fahne hoch - die Jungs bei Astron-6 darf man aber einfach nicht außen vor lassen. Absolut beeindruckende Arbeit(en), die die Jungs, mit extrem wenig Mitteln, auf die Beine stellen. Egal ob die drei Filme oder die vielen (Fake-)Trailer, von denen "Bio-Cop" hinter "Manborg" hängt - wie kann man das nicht feiern?
"Manborg" (Sci-Fi-Trash-Ode) ist sogar etwas schwächer als "Fathers Day" (Backwood-Ode) & der neue "Editor" (Giallo-Ode) macht aber absolut Lust auf mehr. Ein klasse Einstieg in die blutig-verdrehte Welt des inoffiziellen Troma-Nachfolgers. In diesem Spaß-Albtraum aus Blut, Gedärmen, dummen Sprüchen & durchgebrannten Schaltkreisen, zieht ein Mann - halb Mensch, halb Maschine, ganz Killermaschine - mit ein paar versierten Gefangenen gegen einen dunklen Höllen-Vampirlord, der die Welt unterjocht hat. Schon allein an diesen wenigen Zeilen, lassen sich ein paar ikonische Filme oder Spiele erkennen - Terminator, RoboCop, Castlevania - aber wer die ganzen 60 Minuten hinter sich hat, wird noch so viel mehr entdeckt haben. Fast zu viel, sodass man, auch auf Grund der Kürze, gleich nochmal Play drücken will. Wer sein Geburtsdatum und/oder sein Herz in den 80ern hat, nicht nur einen auf retro macht, sondern innerlich retro & Kind (geblieben) ist, der feiert hier einfach mal ohne Abwinken. Mit Synthie-Musik, Neonfarben, Schulterpolstern & David Hasselhoff.
"Manborg" ist komplett billig, komplett vorm GreenScreen gedreht & wirkt auf den ersten Blick wie ein besserer Jugend-Amateurfilm auf YouTube - ist aber im Endeffekt so verdammt viel mehr, eine Liebeserklärung an den schlechten Film, von Fans für Fans. Details galore & einfach kultig. Macht schon ohne Bier Spaß, betrunken mit genauso bekloppten Freunden erst recht. Für die Masse verrückt, für Verrückte eine Referenz des geplanten Chaos. Charmant & einfach ein kurzweiliger Spaß. Man sieht die niedrigen 1000$ Kosten, man sieht das filmische Wissen der Macher, man sieht die aufwändigen 3 Jahre (!) Produktionszeit - kleines Team, großes Projekt, mit noch größerem Herz & Optimismus. Nicht jeder Gag zieht, gerade die Mitte zieht sich etwas & den Film auf BR zu haben, ist durch die unterirdische Bildquali ziemlich unnötig - ihn zu besitzen ist aber trotzdem Pflicht!
Fazit: wer auf Sci-Fi-Trash steht & die ganzen Anspielungen erkennt, dessen Herz wird aufgehen. So wenig Budget, so viel Herz & verrückte Herrlichkeit. Weiter so Astron-6, ein Juwel aus Dreck!