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Es hätte ein schöner Abgesang auf die Epoche des klassischen Westerns werden können, doch Autor und Regisseur Douglas Myers wusste die brauchbare Grundidee kaum ansprechend zu verpacken. Heraus gekommen ist ein heilloses Durcheinander, welches noch nicht einmal eingefleischte Vampirfans überzeugen dürfte.

Schauspieler Johnny Dust ist auf Westernrollen abboniert, - besonders im Vergnügungspark der Old Tucson Studios, in dem bereits mehrere Western abgedreht wurden, spielt er noch immer die Heldenrolle des Sheriffs. Als jedoch ein neues Management den Vergnügungspark unter seine Fittiche nimmt, soll die Kulisse zur gruseligen Geisterstadt für Halloween massiv aufgemotzt werden. Johnny bemerkt rasch, dass etwas nicht stimmt, als die alte Mine untersucht wird und Schauspielkollegin Gloria plötzlich verändert scheint…

Der von der deutschen Verleihfirma gewählte Titel sollte wahrscheinlich Fans von „Cowboys & Aliens“ anlocken, dumm nur, dass „Dead West“ bereits einige Zeit früher in den USA erschien als Erstgenannter und zudem nur ein Cowboydarsteller gegen eine Handvoll Vampire und Ghouls antritt.
Der billige Look verschafft dem Treiben bereits mit dem Einstieg einen Dämpfer, als völlig überstrapazierte Gelb - und Rotfilter während des gespielten Western-Showdowns zum Einsatz kommen und das Bildmaterial eher so wirkt, als wären sämtliche Kameras im Eimer.

Aber auch inhaltlich tritt man bis zum Finale die meiste Zeit auf der Stelle. Ein tuckiger Regisseur versucht die Szenen zusammenzuhalten und labert sich dabei ein Schnitzel hinters Ohr, Johnny pendelt zwischen der heißblütigen Latina Gloria und seiner Ex, die ihn vor einiger Zeit rausgeworfen hat, dazu kommen völlig unpassende Einschübe mit Johnny beim Radio-Interview, während das Management in die alte Mine hinabsteigt und dabei eine alte indianische Graburne, nun ja, nicht wirklich öffnet, aber wohl so unglücklich bewegt, dass eine Art Nebel austritt und Gloria kurz darauf als Vampirfrau erscheint, was natürlich niemandem auffällt, da das Outfit mit ihrer neuen Rolle einhergeht.

Spannung kommt zu keiner Zeit auf, Johnny birgt als Sympathieträger zu wenig Tiefe und offenbart kaum Facetten und auch seine wenigen Gegenspieler erhalten kein Profil, geschweige denn, irgendwelche Ziele, außer den Besuchern am Tag der Neueröffnung ans Leder zu wollen.
Dennoch gestaltet sich der Showdown phasenweise atmosphärisch, als vereinzelte Besuchergrüppchen durch die umfunktionierte Mine schleichen und dabei schon längst von den Kreaturen beobachtet werden. Natürlich sind auch Ex und Tochter des Helden unter jenen Besuchern, was der Dramaturgie jedoch kaum zugute kommt.

Blutige Szenen sind indes so gut wie gar nicht zu verzeichnen, ein offener Hals deutet sich minimal an, doch ansonsten werden die Opfer im Halbdunkel beiseite gezogen oder aus ungünstiger Position heraus gebissen.
Ohnehin beschränkt sich die Action auf den kurzen Einstieg und das Finale, mittendrin dominieren schnarchiges Gelaber und völlig aus der Luft gegriffene Inserts eines wirren Johnny, wobei nie klar wird, ob das böse Vorahnungen sein sollen oder visualisierte Alpträume sind, - schätzungsweise weiß es Autor Myers selbst nicht so genau.

Entsprechend bietet die Geschichte eine flache Mischung aus schlecht gespielten Westernszenen, den Problemen eines Schauspielers mit Beziehungschaos und Existenzängsten und einen leidlich ansehnlichen Showdown in der Mine, bei der es immerhin zu so etwas wie Konfrontationen kommt.
Insgesamt dürfte ein Besuch der Tucson Studios weitaus abwechslungsreicher ausfallen als dieser Streifen, den man getrost, sofern zur Hand, in der Pfeife rauchen kann.
2,5 von 10

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