kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.10.2012
Bei dem Lobgesang auf die Magie des Kinos, den Scorsese hier anstimmt, bleibt doch zu fragen: An welcher Stelle versprüht der Film selbst mal die Magie? Als er mit frei schwebender Kamera durch den Pariser Bahnhof geleitet? Als jene Kamera der Titelfigur in unmöglichen Winkeln immer vorausschauend und elegant durch ein Labyrinth aus Gängen und Schächten folgt, um spielerisch den Nervenkitzel des Geheimen einzufangen? Als Super-8-Bildausschnitte aus "Die Reise zum Mond" den Bildschirm füllen?
Wohl kaum; "Hugo" ist etwas durch und durch Geplantes und läuft damit demjenigen zuwider, das es eigentlich einfangen will. Die Neugierde und der Erfindergeist, der George Méliès geprägt hat, geht dem Großprojekt "Hugo" vollkommen ab. Angesichts dessen, dass der Film sich mit nichts anderem beschäftigt, als den Zauber des Moments zu rekonstruieren, ohne dies aufgrund seiner Anlage zu können, wirkt er am Ende nach wie eine wunderschöne, aber leere Hülse. Meisterwerke bleiben für mich immer noch Filme, die eine Ausstrahlung besitzen, die so nie geplant war und derer sie nicht Herr sind. "Hugo" gehört definitiv nicht in diese Kategorie, denn hier unterliegt jede Schneeflocke, die in Paris zu Boden fällt, einem Masterplan.
(5.5/10)
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