Review

Kein Zombiefilm prägte nachfolgende Generationen so stark wie Romeros "Nacht der lebenden Toten", es folgten einige Neuauflagen, Variationen und nun durch Regisseur Douglas Schulze eine Art Hommage, aus der man im Endeffekt weitaus mehr hätte machen können.

Duane und Russell befinden sich auf einer Konvention und folgen der Einladung zu einer Party. Am nächsten Morgen erwachen sie mit Filmriss und veränderten Klamotten in der Nähe einer Farm, als plötzlich Zombies auftauchen. Gibt es die Untoten wirklich oder treibt da jemand ein bitterböses Spiel mit den Anwesenden?...

Bei der Figureneinführung hätte man sich deutlich mehr Mühe geben müssen, da die Hauptfiguren recht eindimensional bleiben und auch die Personen im Farmhaus lediglich Abziehbilder jener Gestalten aus dem Original repräsentieren. Die Kulisse des Farmhauses ist allerdings gut gewählt und auch die bekannte Szene auf dem Friedhof birgt eine gewisse Atmosphäre. Allerdings passen diverse optische Spielereien wie Fast Forward und Standbilder überhaupt nicht zur Geschichte, welche im Verlauf kaum vom Original abweicht.

Insofern erhalten Kenner des Films zwar ein paar kleine Reminiszenzen, doch Raum für ein leichtes Augenzwinkern räumt sich die Erzählung nicht ein, was trotz allem Respekts durchaus möglich gewesen wäre. Was sich ebenfalls eher negativ bemerkbar macht, ist das dahin geklatschte Make-up der Zombies, welche sich zwar klassisch schlürfend durch die Szenerie bewegen und auch mal ordentlich zulangen, doch im Endeffekt nur selten bedrohlich erscheinen.

Dadurch ergibt sich ein konstanter Spannungslevel auf Sparflamme, da man die Abläufe einerseits bereits kennt und die überraschende Wendung keine wirkliche ist, denn viel Raum für Erklärungen ist von vornherein nicht gegeben.
Zwar wird das Tempo im letzten Drittel noch einmal merklich angezogen, doch mit der teils annehmbaren Atmosphäre ist es dahin, zumal nach dem Twist keine weiteren Wendungen mehr eingebracht werden.

Darstellerisch wird insgesamt okay performt, auch wenn ein Sid Haig eher eine Gastrolle übernimmt und niemand der übrigen eine Glanzleistung vollbringt, was nicht zuletzt an den schwachen Dialogen liegt. Der Score bietet indes eine bunte Mischung, die sich gut ins Geschehen fügt, während Splatterfans ein paar handgemachte Einlagen serviert bekommen, die von heraus gestochenem Augapfel über diverse Fressszenen bis hin zum Kopfschuss reichen.

Unterm Strich ist die Angelegenheit passabel in Szene gesetzt, doch aus der Grundidee hätte man abgesehen von angedeuteter Gesellschaftskritik in Sachen Einfluss von Horrorfilmen weitaus mehr machen können, während das Original zwar hier und dort rezitiert wird, doch ein Blick über den Tellerrand hinaus wird nicht gewagt, Humor bleibt sogar komplett außen vor. Kann man als Fan von Romero mitnehmen, gesehen haben muss man ihn als Zombiefilmfreund jedoch nicht.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme