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Zwölf Jahre nach David Decoteaus The Killer Eye geschieht das Unglaubliche: Killer Eye is back! Diesmal unter der Regie von "Mr. Full Moon" höchstpersönlich, Charles Band (Parasite). Und der werte Herr Band beweist, daß man mit fünf heißen Mädels, einer Location und einem skurrilen Monster durchaus einen unterhaltsamen Streifen zimmern kann. Diesmal verwandelt sich eine niedliche Replik des Killerauges (so eine Art Sammelfigur - was es nicht alles gibt!?) in the real thing und macht Jagd auf junge, leichtbekleidete Frauen, die gerade dabei sind, ein Haus für Halloween zu dekorieren. Die fünf (bzw. vier; eine stößt erst später hinzu) lassen sich jedoch nur allzu leicht ablenken, und statt fleißig zu arbeiten wird getrunken und getanzt. Let's have some fun, lautet das Motto.

Und da gerade eine Special-Edition-DVD des Filmes The Killer Eye in der Wohnung rumliegt (mit besagter Replik an Bord), wird diese natürlich prompt eingeworfen, wobei es sich die Gastgeberin nicht nehmen läßt, den Film launig anzukündigen. Abschließend fügt sie dann noch spontan hinzu: "Oh, wait, we can't watch it yet! Killer Eye wants to watch too. He loves to watch. He's a peeping peeper." Sprach's und dreht die Plastikfigur des Auges Richtung Fernseher. Das ist natürlich die Gelegenheit zur Resteverwertung, und so werden immer mal wieder und recht großzügig Szenen aus David DeCoteaus Langweiler serviert. Damit nicht genug schreckt Band auch vor Film-im-Film-im-Film-Einsprengseln nicht zurück, als Linnea Quigley in Creepozoids (welcher in The Killer Eye im TV läuft) mal wieder duscht.

Die Eröffnungssequenz ist geil (POV-Sicht des Killerauges, das einer jungen Frau hinterherhetzt, welche panisch eine Tür öffnet, hinter der jemand mit zum Schlag erhobenem Hammer lauert), danach wird es für eine halbe Stunde eher lahm, bis das Auge durch die Energie aus einer magischen Kristallkugel belebt wird. Dann wird's spaßig. Killer Eye geht auf Mädchenjagd, scheucht die Chicks durch das Haus, hypnotisiert die eine, killt die andere. So darf sich der Zuschauer nicht nur an einem lesbischen Techtelmechtel erfreuen, sondern wird auch Zeuge davon, wie das böse Auge von unten nach oben durch den Körper einer Frau schlüpft (Eingang Vagina, Ausgang Mund). Im Vergleich zum Original ist Killer Eye: Halloween Haunt eine klare Verbesserung: mehr Chicks, mehr Titten und mehr Gore bei einer kürzeren Laufzeit ergibt unterm Strich mehr Spaß. Daß die Spezialeffekte von Tom Devlin - inklusive dem Killer Eye - besser sind, schadet dem Ganzen natürlich auch nicht. Außerdem liegen in dem Haus Unmengen an Halloween-Masken, Figuren und Attrappen herum, was dem Kameramann Gelegenheit gibt, immer mal wieder an die gruseligen Dinger heranzuzoomen und einige Sekunden darauf zu verweilen. Ich kann mir nicht helfen, aber der sich keine Sekunde ernst nehmende Streifen strahlt eine sympathische Leichtigkeit aus, die es mir unmöglich macht, ihn nicht zu mögen.

Natürlich ist Killer Eye: Halloween Haunt käsiger Mumpitz mit Lachfaktor fünf. Aber zu Halloween, als erste Hälfte eines Horror-Double-Features, läßt sich der Streifen bestens goutieren, zumal die Laufzeit mit 67 Minuten äußerst kurz ausgefallen ist. Die zum Teil leckeren Ladies, auf die das Killerauge ein, ähm, Auge geworfen hat, hören auf die Namen Jenna (Erica Rhodes), Giselle (Olivia Alexander), Rocky (Chelsea Edmundson), Catalina (Ariana Madix) und Kiana (Lauren Furs). Und da den Frauen bewußt ist, daß sie sich in einem Full Moon-Schlocker befinden, passen sie ihre Performance dem adäquat an. Insgesamt also ein netter Quatsch für zwischendurch. Ein weiteres Sequel darf gerne kommen; ich werd's bestimmt kaufen.

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