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Die Crew der Enterprise geht ihrem zehnten Abenteuer entgegen. Inhaltlich mit einigeln Mängeln, überzeugt Nemesis aber durch seine Actionszenen.


Der Tag könnte nicht besser laufen für die Enterprise-Crew. Zunächst geben sich Commander Riker (Jonathan Frakes) und Counselor Deanna Troi das Ja-Wort, Captain Picard (Patrick Stewart) wird auf eine Mission geschickt, die nun endlich Frieden mit der Föderation und den Romulanern schaffen soll. Dort trifft Picard den Remaner Praeter Shinzon. Doch Shinzon hat alles andere als den Frieden im Auge. Entstanden als Klon aus Zellmaterial von Captain Picard, will Shinzon mit einer verbotenen Waffe die gesamte Erde zerstören. Da Shinzon aber auch an einer Krankheit leidet, an die Picard auch im jungen Alter litt, braucht er diesen zusätzlich, um zu überleben. Shinzon entführt Picard und nimmt Kurs auf die Erde. Nun liegt es an Riker, Data (Brent Spiner) usw., Picard und die Erde zu retten...


Die neue Crew der Enterprise um Capt. Picard hat deutlich mehr Action in die jeweiligen Filme einfließen lassen, natürlich auch dank neuster Technik. „Nemesis“ stellt in punkto Action das bisher größte Spektakel dar. Es rummst hier quasi minütlich an allen Ecken und Kanten. Höhepunkt bietet eine Sequenz, die für manche Heimkinoanlagen das Ende bedeuten dürfte. Wenn Picard einen Schwank aus seiner Vergangenheit erzählt und kurz danach Taten folgen lässt, heißt es anschnallen und festhalten.

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Und Schatten findet man reichlich in der Story. Offensichtlich war man zu bemüht, Sentimentalitäten in die Story zu bringen. Riker heiratet, kommt aber dank Shinzon nicht zu seinen wohlverdienten Flitterwochen. Und natürlich Picard, der sich quasi selbst gegenübersteht, einem Gegner, der denkt und fühlt wie Picard, ein besseres Raumschiff hat und dazu die gefährlichste Waffe des Universum. Und wäre all dies nicht genug, so begegnet Data sogar seinem „Bruder“, eine ihm bis auf das Haar gleichende Kopie, nur weniger weit entwickelt. Und wäre dies alles nicht schon Schmalz genug, so wird es gegen Ende noch schlimmer.

Regisseur Baird konnte sich wohl nicht entscheiden, was er nun produzieren will. Auf der einen Seite hammermäßige Actionszenen, die dann wieder der sentimentalen Story weichen müssen. So kann „Nemesis“ nicht wirklich überzeugen, wenn man beide Faktoren zusammennimmt.

Schauspielerisch ist hier alles beim alten. Die Crew agiert routiniert wie immer, wie schon in den drei anderen Filmen zuvor. Dank der hervorragenden Leistungen der Schauspieler und der glorreichen Actionszenen bleibt „Nemesis“ aber noch weit über Durchschnitt. Und selbst die von mir weniger geschätzte Kate Mulgrew hat einen kurzen Auftritt als Admiral(!!!) Janeway.


Fazit: Auch das zehnte Abenteuer liefert dem Trekki genug Spaß und Freude, auch wenn es einige Kritikpunkte innerhalb der Story gibt. Dafür kommen Actionfans und Heimkinobesitzer voll auf ihre Kosten. Lauter, größer und überdimensionaler war Star Trek bisher noch nie. Wer dann Abstriche machen kann, wird hier gut bedient.

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