Da ich ohnehin nicht viel für die "Next Generation"-Crew und ihre Abenteuer übrig habe, verwundert mich auch nicht, dass dieser 10. (und vorerst letzte) Teil der Reihe nach dem langweiligen 9. wieder enttäuscht. Mit Produktionskosten von 70 Mio. Dollar war "Star Trek: Nemesis" der teuerste Film der Reihe und - aufgrund des niedrigen Einspielergebnisses in den USA von 43 Mio. Dollar - der größte "Star Trek"-Flop. Ob es mit dem zähen Drehbuch zu tun hatte?
Zur Story: Die Enterprise um Cpt. Picard (Patrick Stewart) wird zu den Romulanern gerufen, um Freidensverhandlungen aufzunehmen, so scheint es. Doch der romulanische Präsident ist ein Klon Picards und plant die Vernichtung der Erde. Das war`s eigentlich schon...
Natürlich wird die dünne unde zäh inszenierte Geschichte mit ordentlichen Effekten, einer Handvoll Actionsequenzen und ein paar humoristischen Einlagen aufgemotzt, vermag aber dennoch nicht zu überzeugen. Das Drehbuch versandet in den eigenen pseudo-philosophischen Ansätzen um Selbstbestimmung des Menschen und das Böse im Menschen und (vielleicht lag es ja auch an Silvester) ich persönlich musste mir Streichhölzer zwischen die Augenlider spannen, um nicht einzuschlafen. Wenn man schon ein substanzarmes Drehbuch hat, dann sollte zumindest der Regisseur (hier mal ausnahmsweise nicht Jonathan Frakes, sondern Stuart Baird, "Einsame Entscheidung") das Ganze so kurzweilig wie möglich machen und nicht beliebig und trantütig bis zum immerhin anehmbaren Showdown dahinschleppen. So ein gähnende Leere zwischen den hingekleisterten Storyfetzen und Effekten gab es in den alten "Star Trek"-Filmen (mal ausgenommen Teil 5) nicht.
Fazit: Optisch ansprechender, aber inhaltsarm und der schwächste "Next Generation"-Kinofilm. Die größtenteils altbekannten Darsteller agieren souverän, die Effekte und Actionsequenzen sind top, doch klaffen im Skript Löcher, die so groß sind wie ganze Sonnensysteme. Dennoch (jetzt die Ironie): für einen 10. Teil nicht übel.