Review

Mittlerweile ist es ja schwer geworden, "dorthin zu gehen, wo noch kein Mensch vorher war", also baut man mal schnell eine bekannte Bedrohung noch weiter aus.
Die Klingonen gehen nicht, diese bedrohten schon oft genug die Föderation, also nimmt man diesmal die Romulaner - gute Idee.
Ein kleiner Umsturz innerhalb des Senats gibt dem neuen Prätor Shinzon die Möglichkeit, Kontakt mit der Föderation aufzunehmen, um über Frieden zu verhandeln.
Es stellt sich heraus, daß Shinzon ein Klon von Picard ist, der als Agent gezüchtet wurde. Mit einer läppischen Bemerkung wird einmal abgetan, daß überhaupt ein Klon existieren kann, dann, daß er mal schnell als Agent aufgezogen wurde, diese Idee dann aber wieder fallen gelassen wurde...naja.
Vorher findet die Enterprise noch schnell einen Data, der ein Prototyp sein soll, also vor Data entwickelt wurde. Dieser ist natürlich ein Agent der Romulaner, die Data beinahe exakt nachbauen konnten...hmmm.
Das Ganze gipfelt am Schluß in einer Raumschlacht gegen ein nahezu unbesiegbares Raumschiff und einer im innewohnenden Todeswaffe...ja klar.
Ich weiß nicht, obwohl der Film wirklich angenehme Momente hat, sieht er einmal aus, wie eine Folge der Fernsehserie, alles ist gewohnt sauber und adrett, nichts zu schwierig, als daß man nicht erraten könnte, was als nächstes passiert. Natürlich geht alles gut, naja, fast alles.
Ansonsten eine solide Regiearbeit, auch wenn das Drehbuch mehrere McGuffins enthält und einige Lücken nicht mehr bemerkt oder aufgefüllt wurden.
So hat die rechte Hand des Bösewichts telepathischen Kontakt mit Deanna Troy, nur damit später im Film die Tarnung des Schiffes durchdrungen werden kann - herrjeh.
Dennoch kann ich irgendwie nicht sagen, daß mir der Film nicht gefallen hat.
Oh ja, ein Wort noch zum Score. Viel Geld haben sie nicht dafür verschwendet. Die Spannungsmusik besteht aus aberwitzigen Synthesizerklängen, die noch über eine bereits vorherrschende Melodie gelegt wurden. Klingt meist sehr albern und versaut größtenteils die Stimmung.
In vielen Szenen erinnerte mich auch dieser Film wieder an andere SF-Streifen, darunter waren zum Beispiel Star Wars, Fortress und noch einige andere, die allerdings schon wieder verdrängt habe.
Gegen Ende des Films geht auf einmal alles sehr schnell, zu schnell für meinen Geschmack. Und dafür, daß Picard ein Ziel von Shinzon ist, ist er nie wirklich in Gefahr, ferner war des Öfteren die Rede von einer "Prozedur", die Shinzon über sich ergehen lassen muß, damit er weiterleben kann, aber diese hat er nie durchgeführt und somit sein Leben sinnloserweise erheblich verkürzt...fragt nicht, warum!
Die Jungs haben sich hier mal wieder Mühe gegeben, einen schönen Star Trek-Streifen hinzulegen, doch leider, leider ist daraus meiner Meinung gar nichts mehr geworden. Es gibt einfach zu viel, was hier nicht mehr stimmt.
Dabei meine ich nicht mal die schauspielerische Leistung der Akteure, die ist wirklich gut, vor allem Shinzon ist ein prima Bösewicht und die Enterprise-Crew hat es ja sowieso drauf, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Es liegt an den vielen Kleinigkeiten, die sich summieren und das Filmvergnügen beträchtlich schmälern.
4 von 10

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