Review

Wenn es hart auf hart kommt, wird noch "Found Footage" produziert, obgleich die Technik von Handkameras bis dahin völlig aus der Mode gekommen ist und irgendwelche Smartphones schon längst deren Platz eingenommen haben. In vorliegender Mixtur aus "Cloverfield" und "Jurassic Park" kommt allerdings nie wirklich Spannung auf, da die Bedrohung nur allzu selten auftaucht.

Es ist ein Linienflug von New York nach LA, der nach einigen Turbulenzen in der Sperrzone "Area 407" aufprallt. Die wenigen Überlebenden um die Schwestern Jessie und Trish haben jedoch noch weitere Probleme, denn etwas lauert auf sie in der Dunkelheit...

Die Figureneinführung könnte kaum nerviger ausfallen, denn Plappermaul Trish erweist sich gegenüber den übrigen Fluggästen als sehr aufdringlich, indem sie jeden ungefragt filmt und dreiste Kommentare ablässt, während kleinere Aktionen schon mal ankündigen, dass mit dem übergewichtigen Charlie nicht gut Kirschen essen ist. Anbei gibt es noch einen Krisenreporter, einen weiblichen Air-Marshall und ein paar weitere Namenlose, die im Verlauf als Futter dienen.

Der Absturz wird weitgehend ausgeklammert, da die Kamera wohl irgendwie abgedeckt wird, doch danach wird grundlegend draufgehalten, was der eigentlich latente Logikfehler der ganzen Geschichte ist, denn in diversen prekären Situationen denkt man an alles, nur nicht daran die Kamera zu bedienen und dabei auch noch möglichst wenig zu verwackeln.
An der Absturzstelle herrscht zwar nachvollziehbares Chaos, doch es dauert nicht lange, bis Gebrüll aus einiger Entfernung die Überlebenden dazu treibt, sich ein Versteck zu suchen, während es innerhalb der Gruppe zu leichten Querelen kommt, was durch Charlie ja bereits angekündigt wurde.

Nur leider bleibt die Bedrohung weitgehend außen vor und wenn sie zuschlägt, geschieht dies grundlegend im Off. Im Mittelteil ist zwar mal ein Schwanzteil zu sehen, was auf eine Mischung aus Krokodil und Saurier hindeutet, doch bis kurz vor Ende sieht man zu keiner Zeit Genaueres. Stattdessen kämpft man sich mit diversen Verletzungen in eine halbwegs atmosphärisch gestaltete Geisterstadt vor, versucht ein altes Funkgerät zu bedienen, um danach wieder zur Absturzstelle zurückzukehren, anstatt hinter sicheren vier Wänden bis zum Morgen auszuharren.

Splatterfans werden entsprechend gering bis gar nicht bedient, denn bis auf einige Wunden, ein abgetrenntes Bein und blutüberströmte Leichen ist aufgrund ausbleibender Attacken nicht viel auszumachen. Immerhin bietet der Showdown noch einen halbwegs fiesen Twist mit einem netten Gimmick obendrauf, doch der etwas dröge Mittelteil kann dadurch nicht mehr kaschiert werden.

Darstellerisch finden sich kaum bekannte Gesichter, doch die meisten Leistungen gehen in Ordnung, nur die Synchro ist phasenweise völlig daneben. Soundtechnisch wäre indes deutlich mehr drin gewesen wäre, zumal der Score natürlich fehlt und die Konzentration auf Umweltgeräusche entsprechend deutlicher ausfällt. Der Kamera kann man natürlich keinen Vorwurf machen, auch wenn diverse Störungen etwas arg kalkuliert erscheinen und aufgrund einigen Wackelns während schneller Bewegungen die leichte Gefahr von Kopfweh besteht.

"Area 407" entpuppt sich als ein weiterer Vertreter der Found Footage Reihe, der allenfalls phasenweise durch Spannung und Atmosphäre überzeugen kann, im Großen und Ganzen jedoch ein wenig neben der Spur läuft, zahlreiche irrationale Verhaltensweisen der Figuren einbindet und die Bedrohung viel zu sehr im Hintergrund hält. Für knallharte Fans von Handkamera-Optik okay, wer jedoch wildes Dinosaurier-Treiben erwartet, sollte den Streifen definitiv meiden.
Knapp
5 von 10

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