Review

Staffel 2 - Asylum

ASYLUM

Besseres Setting, gewöhnlichere Geschichten, leichte Abnutzungserscheinungen 

Nachdem mich die erste Staffel trotz vieler Klischees & ein paar Ungereimtheiten überzeugte & mit jeder Folge mehr fesselte, wanderte natürlich auch Asylum aka Staffel 2 in meine Sammlung. Als Horrorfan führt da einfach momentan kein Weg dran vorbei, man muss sich zumindest seine eigene Meinung über die in den Staaten äußerst erfolgreiche Serie bilden. 

Diese Staffel, mit vielen bekannten Schauspielern aus Staffel 1 aber einer komplett neuen Geschichte, spielt in der sehr gruselig-glaubwürdig dargestellten Irrenanstalt Briarcliff. Wieder werden nach & nach immer mehr Geschichten & Charaktere enthüllt, miteinander verknüpft & schockierende Geschichten präsentiert. Diesmal stehen u.a. der Kampf Glauben vs. den Teufel, Alienentführungen, psychischer Terror einer Nervenheilanstalt, Machtmissbrauch, Nationalsozialismus & Ausschwitz, Experimente an Menschen & ein cleverer Massenmörder auf dem wöchentlichen Grusel-Programm.

Man sieht also sofort, dass nicht nur wieder etliche Klassiker des Horrorgenres kombiniert & zitiert werden (von Guinea Pig über Einer flog übers Kuckucksnest, der Exorzist, Omen, Alien-Filmen bis zu Hannibal), was man als Markenzeichen der Serie sehen muss & was wieder nicht übel umgesetzt wurde, sondern dass sich auch ein paar Motive aus Staffel 1 wiederholen, was weniger glücklich & etwas redundant erscheint.

Auch Staffel 2 braucht etwas Anlaufzeit, sogar noch mehr als der Vorgänger, & es gibt gefühlt mindestens wieder genauso viele Handlungsstränge & Charakter. Das muss man mögen & akzeptieren. Ebenso wie die nun drastischeren Gewaltdarstellungen, die ich sehr begrüße. Auch die Anstalt als Setting war ein Fortschritt & ist immer atmosphärisch bis zum Anschlag - tolle Location! Und es gibt wieder tolle Schauspieler bis in die kleinsten Nebenrollen, da gibt es kein Haar dran auszusetzen. Jessica Lange ist mal bösartig & wird vom Zuschauer gehasst, später empfindet man schneller & tiefer Mitgefühl als man je für möglich gehalten hat - und das alles glaubhaft, überraschend & beeindruckend! Und auch James Cromwell als Nazi-Dr.-Frankenstein, Lily Rabe als teuflische Nonne & Ian McShane als mordlustiger Weihnachtsmann sind sehenswert. Auch top: wechselnde Aufnahmeformate von Video über Super-8-Film bis HD - sehr stark & abwechslungsreich, hätte noch öfters eingesetzt werden können. Nicht zu vergessen eines der gruseligsten & unvergesslichsten französischen Ohrwurm-Lieder das ich je hören durfte. Genug Gründe also um die aktuelle Gesamtpunktzahl locker bei 8/10 nach 2 Staffeln zu belassen.

Trotzdem komme ich nicht drum herum, auch Kritikpunkte an den 13 Folgen von Asylum zu lassen. Die ersten Folgen sind schlecht & viel zu schnell geschnitten. Die Geschichten sind insgesamt etwas unpersönlicher & weniger mitreißend, erst am Ende wird das Ganze emotionaler & greifbarer. Außerdem sind manche Entscheidungen & plötzlichen Wendungen etwas zu abprubt & die letzten 2 Folgen verhalten sich ähnlich irritierend wie bei Staffel 1: extreme Zeitsprünge, alles wirkt abgekürzt, zum Teil überflüssig & der Bogen wirkt konstruiert abgerundet. Aber zumindest versuchte man alles abzurunden & zu klären. Und die Eingewöhnungszeit ist durch viele Stories & eine komplett neue Umgebung wieder recht lang. Wenn man dann mal drin ist, ist die Staffel auch fast schon wieder vorbei - leider.

Fazit: auch Staffel 2 hat gerade hinten raus sehr starke Momente & kommt dadurch sogar fast an die Kickoff-Season heran. Ich bleibe sicher weiter am Ball, ganz einfach weil ich Horrorfan bin. Leute die dem Genre weniger zugeneigt sind, werden nach Asylum schon eher zweifeln! (7,5/10)

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