Au Mann, was ein Höllentrip. Für mich eigentlich als kleiner Happen zwischendurch gedacht, hatte ich nicht so ein Monster erwartet. Die Serie ist ziemlich purer Horror, wer bei The Walking Dead nur die Dramaelemente mag, wird hiermit wenig anfangen können. Düster und wirklich gruselig wird so ziemlich jedes Spukhausmotiv aufgegriffen, das man kennt.
Eine Familie zieht ins so genannte „Murder House“, in dem Dutzende Menschen zu Tode gekommen sind, und es werden nicht gerade weniger. Die Ehe der beiden ist in einer tiefen Krise, seit die Frau ein Kind verloren hat und der Mann aus Frust fremd gegangen ist. Die Teenietochter droht unter dem Druck der Familie zu zerbrechen. Optimale Voraussetzungen, in ein Haus zu ziehen, das Mörder, Selbstmörder und andere Wahnsinnige anzieht und, ganz nach dem alten Eagles-Klassiker, nie wieder gehen lässt. Dabei werden praktisch alle Geisterhausklischees bemüht (gruselige Zwillinge, Menschenversuche in der Vergangenheit, Stimmen im Kopf), um auf 13 Folgen zu kommen. Dadurch entwickelt das Geschehen eine wahnwitzige Sogwirkung, mit den Ebenen der Realität und des Jenseits wird ständig gespielt (längst Gestorbene kommen zur Therapie, die Haushälterin erscheint Frauen als Dame im fortgeschrittenen Alter, Männern aber als junge, laszive Frau), der doppelte Boden ist ständig da. Eine Wahnsinnsperformance gibt das ehemalige King-Kong-Liebchen Jessica Lange als anscheinend völlig durchgeknallte Nachbarin, bei der viele Fäden zusammen laufen.
Toller Horror (auch wenn ich auf die Antichristanspielung hätte verzichten können, der Stoff ist tatsächlich stark genug), den ich dazu in einem emotionalen Ausnahmezustand (fast) weggebingt habe, was das Gefühl der Beklemmung noch mehr verstärkt hat.
Acht von zehn blutigen Kürbissen