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Neue Ideen sind im A-Movie-Sektor Mangelware, so dass man eine Qualitätsstufe tiefer oft interessante Szenarien begrüßen kann, die neugierig auf so manches Werk machen. „Below“ ist einer dieser Exemplare und mischt Kriegs- mit Gruselfilm, was jüngst in „The Bunker“ zu einem recht ordentlichen Ergebnis führte. Da als Regisseur niemand anderes David N. Twohy, der schon mit „Pitch Black“ bewies wie man mit geringem Budget gut aussehende Filme machen kann, die Fäden in der Hand hält, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder?

„Below“ beginnt als Kriegsfilm und nimmt sich den 2. Weltkrieg als Hintergrund. Mitten im Atlantik nimmt das amerikanische U-Boot USS Tiger Shark drei Überlebende eines gesunkenen Lazarettschiffes auf. Da auch eine Frau darunter ist, wird die Moral der Crew natürlich gehoben. Doch schon hier zeichnen sich die ersten Schwächen des Films ab, dem es nicht gelingt den Charakteren Ecken und Kanten zu geben, die sie voneinander unterscheidet. Keine Figur bleibt langfristig in Erinnerung, sticht heraus oder darf Sympathien einheimsen. Dafür wird die gesamte Besatzung mit gängigen Klischees überschüttet, darf Gruselgeschichten erzählen, schmutzige Witze reißen und trotz wochenlanger Feindfahrt wie aus dem Ei gepellt aussehen.

Als besonders problematisch erweisen sich die Sets des U-Bootes, die nie die klaustrophobische Enge eines 2.Weltkrieg U-Bootes vermitteln können und dazu noch viel zu hell ausgeleuchtet worden sind. Überhaupt kommt man sich mit den ganzen Kojen und Zwischendecks von den Dimensionen wie auf eine modernem Atom-U-Boot vor. Das einzige Atmosphärische bezüglich des U-Bootes bleibt (zumindest über weite Strecken) die Soundkulisse, bei der es wie zu alten „Das Boot“ Zeiten lautstark knarrt und knackt.

Nach der eher realistisch gehaltenen Exposition, beginnen die ersten unheimlichen Vorfälle auf dem U-Boot. Als sie von einem Zerstörer angepeilt werden, fängt ein Plattenspieler an zu spielen, was fast zur Versenkung führt und eine spannende Flucht vor den „Enterhaken“ des Feindes nach sich zieht. Die Einbindung von CGI-Szenen hebt sich zwar deutlich vom Rest des Films ab, ist aber für das geringe Budget beachtlich.

Leider verkommt der Film danach aber zu einer simplen Geisterstory nach „Haunted Hill“, dem das U-Boot auch keine neuen Akzente hinzuzufügen vermag. Die Schiffbrüchige kommt heimlich hinter das Schicksal des wahren Schiffskommandanten, der bei einem Unglück sein Leben ließ und nun scheinbar an Bord spukt. Technische Probleme wie Stromausfall und Ruderausfall lassen das Schiff zu einem dunklen Sarg verkommen, bei dem allerlei schemenhafte Gestalten, Phänomene und Halluzinationen der nach einem Umfall auf eine Handvoll Charaktere zusammengeschrumpften Besatzung das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wirklich neues wird dabei aber nicht geboten und wer sich in „Das Geisterschloss“ und „House on Haunted Hill“ gruselte könnte auch hier angetan sein, obwohl dem Film einfach die Abwechslung fehlt. Das verzweifelte Verhalten und der spätere Streit der Besatzung sind einfach zu arm an Überraschungen.

Fazit:
Unterdurchschnittlicher U-Boot-Gruseler, der sein unverbrauchtes Szenario verschenkt. Trotz einiger guter Szenen, die aber im Kriegsszenario und nicht im Horrorsektor zu finden sind, enttäuscht der Film gesamt betrachtet stark. Die kantenlosen Schauspieler, ein recycelter Plot, atmosphärenlose Sets und eine schwache Ausstattung kann die ordentliche Soundkulisse nicht übertünchen.

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