"Below" ist einer der Filme, die es eigentlich verdient hätten, stärker in den Kinos ausgewertet zu werden, wenn man sich den gängigen Schrott dort mal genauer ansieht. Denn obwohl er eindeutig der Kategorie B zuzuordnen ist, so präsentiert sich doch hier ein hinreichend spannender, halbwegs klaustrophobischer und recht suspensereicher U-Boot-Mystery-Thriller, der sich partout weigert sein Geheimnis zu lüften, ob es sich nun um einen Thriller oder einen Geisterfilm handelt.
Nach minderem Einsatz wurde er direkt auf Video verramscht und das ist doch ein wenig schade, denn der Spannungsbogen übertrifft den des katastrophalen "U-571" etwa bei weitem.
Geisterhafte Stimmen, seltsame Visionen, Klopfzeichen - das gab es unter Wasser schon in der Twilight Zone, aber Regisseur David Twohy läßt das alles noch einmal aufleben.
Twohy mag kein Visionär sein, auf jeden Fall ist er nach "The Arrival" und "Pitch Black" jedoch als akzeptabler Handwerker zu sehen, dessen Werke sich mehr durch Spannung und Inhalt auszeichnen, als durch äußere Schauwerte, Stars oder nur die neuesten Effekte.
Das bekannte Terrain, was hier beackert wird, nutzt er jedenfalls brauchbar aus.
Eine US-U-Boot-Besatzung fischt hier drei Personen aus dem Meer, einen Briten, einen Verwundeten und eine Krankenschwester, die alsbald gemeinsam mit den Amis Bekanntschaft mit unheimlichen Phänomenen und diversen Todesfällen machen. Im Mittelpunkt steht dabei das offensichtlich verschwiegene Ableben des Kommandanten, bzw. der Grund und die Art seines Ablebens. Weil man unter Dauerbeschuß steht, die Frau die Männer noch nervöser macht und sich die Offiziere auch nicht so ganz grün sind, steigt die Stimmung natürlich beachtlich.
Langeweile kommt da nicht auf, denn wenn es nicht kracht oder piept, verschönern einige geisterhafte Effekte den Film, bei denen man nie so ganz sicher sein können, ob es Abbilder der Schuld sind, Stressvisionen oder wirklich Rachegeister aus dem Jenseits.
Diverse Rettung- und Reperaturaktionen lassen Freude aufkommen und mittels einer nicht explodierten Wasserbombe, die in glorreicher Langsamkeit über den Schiffsrumpf kollert und rumpelt, stellen sich die Nackenhärchen ganz von selbst auf.
Das Skript läßt uns bei aller Unterhaltung im Ungewissen, aber das macht eigentlich weniger aus, da man im letzten Viertel das Drama langsam ahnen kann. Ein kleiner Schwachpunkt ist das Ende, in dem sich die Wahrheit und die Erlösung mal wieder nicht erarbeitet werden, sondern hollywoodeske Winkelzüge für Schuldeingeständnisse aus heiterem Himmel sorgen.
Was nur auf der DVD durch die geschnittenen Szenen deutlich wird, ist, daß das geschnittene Ende ein wesentlich Besseres gewesen wäre. Während man so annimmt, daß der vorbeikommende britische Zerstörer das U-Boot überraschend doch gesehen hat (erst nach dem Freitod des Verantwortlichen), zeigt die geschnittene Szene noch eine hektische Suche nach Leuchtraketen und deren zweifachen Abschluß. Twohy erklärt dazu, daß man das herausgenommen hätte, weil es sonst nach Action-Horror ausgesehen hätte, aber nach all dem Trubel vorher ist diese Erklärung ehrlich gesagt, Schwund!
Trotzdem werden Geisterfans und U-Boot-Anhänger hier durchaus ihre "schlauchenge" Freude haben, denn obwohl keine Bäume ausgerissen werden, ist dies solide Kost ohne eklatante Schwächen und mit einem ordentlichen Maß an Spannung! (6/10)