Review

„Below“ gehört zu einer Reihe von Filmen jüngster Zeit, die Kriegsgeschehnisse mit übernatürlichen Elementen kreuzen (wie etwa „Deathwatch“ oder „the Bunker“), nur dass es sich in diesem Fall um eine große Studioproduktion handelt, bei der leider wahrscheinlich mal wieder der Kommerz über die Kunst gesiegt hat...

Warum? Die Antwort lässt sich in den Credits erahnen: Kein geringerer als „Film-Wunderkind“ Darren Aronofski („Pi“ / „Requiem for a Dream“) hat am Drehbuch mitgewirkt und wird (u.a.) als Produzent genannt – nicht auszudenken, was aus dem Film geworden wäre, hätte man ihm freie Hand und den Regiestuhl überlassen...

So hat nun aber David Twohy („the Arrival“ / „Pitch Black“) die Inszenierung übernommen, wie auch das Skript noch einmal überarbeitet (und Co-Produzent ist er auch).
Twohy ist zweifelsohne ein fähiger Regisseur, aber mehr in der Art eines routinierten Handwerkers, was man dem Endprodukt leider etwas ansieht, denn es gibt keine Ecken und Kanten mehr – alles ist irgendwie glatt.

Ist „Below“ nun ein schlechter Film?
Nein.

Die Story spielt inmitten des zweiten Weltkrieges: Ein amerikanisches U-Boot nimmt drei Überlebende eines von einem deutschen U-Boot versenkten britischen Lazarettschiffes auf. Da sich zudem ein deutscher Zerstörer in der Gegend befindet, werden die Schiffbrüchigen nicht gleich nach England gebracht (in dessen Nähe sie sich befinden), sondern das Duell mit dem feindlichen Schiff hat vorerst Priorität.

Schon bald beginnen sich jedoch die merkwürdigen Ereignisse an Bord des U-Bootes zu häufen, und Spukgeschichten machen unter der Besatzung die Runde. Es scheint sich herauszustellen, dass alles auf Vorfälle aus dem Dienstbetrieb des Schiffes zu beruhen scheint, denn der ehemalige Kapitän kam kurz zuvor unter dubiosen Umständen ums Leben, und einige Crewmitglieder verhalten sich merkwürdig, wenn darauf angesprochen.

Schließlich beginnt sich mehr und mehr zu bestätigen, dass sich eine „unheimliche Macht“ dem Schiff zu bemächtigen scheint, welche die Vergangenheit nicht ruhen lassen kann und will...

„Below“ ist (technisch gesehen) hervorragend inszeniertes Kino – vor allem die am PC entstanden U-Boot-Szenen können sich wirklich sehen lassen. Einige Charaktere sind mal wieder etwas flach ausgefallen, dafür kann aber die Besetzung überzeugen – allen voran der charismatische Bruce Greenwood („13 Days“) und die hübsche Olivia Williams („the Body“).
Es werden zwar etliche U-Boot-Film-Klischees aufgeboten (wie Wasserbomben und -einbrüche, Feuer an Bord, das Sinken auf den Grund), doch genervt hat mich diese Tatsache eigentlich nicht, was hauptsächlich an der straffen Inszenierung lag.

Was mich an dem Film (nach langer Zeit und vielen Enttäuschungen in diesem Genre) vor allem überzeugt hat, war die Auflösung der Ereignisse: Die „unheimliche Macht“ wird am Ende nicht in einem Schwall von F/X (oder irgendeiner wilden Kreatur) manifestiert, sondern bleibt so dezent, wie sie im ganzen Filmverlauf auch nur in Erscheinung tritt – der Horror wird nicht mit dem Holzhammer heraufbeschworen, sondern zeigt sich nur anhand von Kleinigkeiten (wie etwa einer verzögerten Reflektion im Spiegel).

Nur mit der Spannung hapert es etwas, was wohl daran liegt, dass man diese Art von Gruselfilmen schon sehr oft zu Gesicht bekommen hat. Zudem schafft es Twohy nicht wirklich, das zweifellos vorhandene Spannungspotential (die klaustrophobische Umgebung und die von der Außenwelt abgeschotteten Eigenschaften eines U-Boots) effektiv auszunutzen, und gerade darauf hatte man bei dem Film gesetzt (was aus dem Audiokommentar der DVD hervorgeht): Weniger Action, mehr Spannung.
Vielleicht wäre in diesem Fall etwas mehr Action besser gewesen, um das zwar durchaus vorhandene, aber nicht zu hohe Spannungsniveau zu unterstützen – es wurden schließlich einige tolle Actionsequenzen mit sehenswerten Einstellungen gedreht (unbedingt die Deleted Scenes der DVD ansehen – die lohnen sich in diesem Fall!), nur nicht im fertigen Produkt verwendet...

Fazit: „Below“ ist ein solider und eigentlich auch recht guter Mysterythriller, der aber leider etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt ... 7 von 10.

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