Ende der 80er und Anfang der 90er erfreute Jackie Chan seine Fans immer wieder mit simpel gestrickten Actionkomödien, deren 08/15-Stories reicht an Kloppereien und Klamauk waren und auch „Action Hunter“ ist ein unterhaltsamer Vertreter dieser Art von Film.
Zankapfel für alles, was hier kommt, ist eine Fischzucht in der Nähe einer Fabrik. Aus besagtem Werk werden giftige Abwässer geleitet, die für massives Fischsterben verantwortlich sind, woraufhin die Fischzuchtbesitzerin Klage einreicht – unwissend dass der Fabrikbesitzer der eiskalte Gangsterboss Hua (Wah Yuen) ist, der vor nichts zurückschreckt. Wah Yuen gibt mal wieder Bösewicht, so wie z.B. in „Operation Eastern Condors“.
Doch Hua will die Klage juristisch rauszögern und engagiert den pfiffigen Anwalt Jackie Lung (Jackie Chan), der sich jedoch in die Ozeanologin und Gutachterin Nancy (Pauline Yueng) verguckt. Doch sein Boss ist bereit auch andere Mittel als juristische zu benützen...
Die Geschichte hier ist mal wieder nur Mittel zum Zweck, Hauptsache es gibt viel zu lachen und viel auf die Glocke. Jackie bittet seine Freunde um Hilfe, Luke (Sammo Hung) soll als angeblich netter Nachbar die Fischzüchterin aushorchen, Timothy (Yuen Biao) soll Wanzen anbringen und weil die beiden nichts voneinander wissen, gibt es Komplikationen. Ohne besondere Motivation mischt gelegentlich auch eine zweite Gangsterbande mit, die in Rivalität zu Hua steht, also einfach mehr Raum für weitere Kämpfe. Dadurch wirkt „Action Hunter“ schon reichlich episodisch, ist aber immerhin charmant und flott erzählt.
Dabei ist der Film weniger actionreich, als man erwarten könnte, über weite Strecken ist Verwechslungscomedy angesagt. Wenn es denn mal zur Sache geht, dann aber ordentlich. Es müssen ein paar Flegel im Restaurant verdroschen werden, einem Hinterhalt auf einem Boot muss man prügelnderweise entkommen und für Gerechtigkeit sowie Umweltschutz wird zum Schluss auch via Faust und Fuß gesorgt. Dabei sind die Kampfszenen meist angenehm lang geraten und der Schlussfight zwischen Jackie und einem bösen Schläger (Benny ’The Jet’ Urquidez) ist noch mal ein echtes Highlight was die Choreographie angeht. Einzig und allein von der kurzen Klopperei, bei der sich die drei Hauptfiguren in die Haare kriegen, könnte man etwas mehr erwarten.
Aber wie bereits erwähnt dominiert vor allem die Comedy und die ist ganz nett, auch wenn ich persönlich kein großer Anhänger des typischen HK-Humors bin und vermutlich nicht den gleichen Spaß habe wie ein echter Fan. Amüsant, wenn auch sehr klamaukig, kommt Jackies versuchtes Rendezvous daher, bei dem er seine beiden streitsüchtigen Freunde in der Wohnung verstecken muss, weniger amüsant dagegen ist die etwas sehr ausgewalzte Megaphon-Szene mit Luke.
Leider will „Action Hunter“ nicht nur Actionkomödie sein, sondern zwängt noch zwei romantische Subplots auf, wenn die Fischzüchterin von Luke und die Ozeanologin von Jackie umworben werden. Hier wurden bei den internationalen Fassungen Schnitte gesetzt, was angesichts von unmotivierten Gesangseinlagen und eines viel zu langen Liebesschwurs im Gerichtssaal durchaus zu verstehen ist. So wirken die zu langen Subplots oft als Bremser, gerade zum Ende hin zögern sie das Finale etwas unschön hinaus, was „Action Hunter“ an Drive kostet.
Zudem will man weder Jackie Chan noch Sammo Hung so wirklich in einer Romantic Comedy sehen, sodass sie in diesen Szenen auch die etwas schlechtere Figur machen. Dürfen sie aber kloppen und witzeln, dann laufen beide zu gewohnter Form auf, overacten und grimassieren etwas vielleicht etwas viel, aber das kennt man ja. Yuen Biao vervollständigt das Trio wunderbar, der Support ist mit Wah Yuen, Pauline Yeung und Deannie Yip gut gewählt.
Die Geschichte ist kein Meisterwerk der Drehbuchkunst und die Romantikszenen bremsen den Plot etwas, doch ansonsten ist „Action Hunter“ ein schöner Film für Freunde des Hongkongkinos: Prügeleien, Gags und ordentlich Tempo dahinter, das ergibt gute Unterhaltung.