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Soldaten sind eben auch nur Menschen, - sobald sie nicht mehr Herr der Situation sind, verlieren sie die Nerven und mit dem einstigen Zusammenhalt der Truppe ist es dahin. Das ist zumindest die vage Quintessenz, die man aus dieser südamerikanischen Co-Produktion mitnehmen kann, welche sich aufgrund massiver Inhaltslosigkeit tierisch in die Länge zieht.

Irgendwo in den kolumbianischen Anden versucht eine Spezialeinheit das Lager der Guerilleros zu entern, doch die Truppe findet neben einigen mystischen Zeichen und einem Tagebuch nichts. Dann entdecken sie eine merkwürdige Frau hinter einer Mauer, von der einige vermuten, sie sei eine Hexe. Kurz darauf ist die Frau verschwunden und das erste Todesopfer zu verzeichnen…

Inszenatorisch sind durchaus gute Ansätze vorhanden, doch das Drehbuch krankt an allen Ecken und Enden. Die Figurenzeichnungen sind schwach und lassen keinen Sympathieträger zu, die Bedrohung lässt sich kaum klassifizieren und greift viel zu vage um sich, vor allem jedoch geschieht über lange Zeiträume überhaupt nichts, außer dass Leute in einer Ecke verharren, im Bunker von A nach B latschen oder einen vorsichtigen Blick nach draußen werfen, wo später die Hexe vermutet wird.

Auf atmosphärischer Ebene sorgt zumindest die Sounduntermalung für ein paar gelungene Momente und auch die schwache Ausleuchtung, die fehlenden Kontraste und Feinheiten im Bunker unterstreichen die leicht klaustrophobische Stimmung, welche ab und an zu zünden weiß. Doch spätestens mit dem spurlosen Verschwinden der vermeintlichen Hexe ist die Luft raus: Hier und da mal ein Schrei hinter einer Mauer, dort ein paar Reibereien oder ein Streit, mal ein Verletzter ohne ersichtliche Ursache und am Ende drehen einige komplett durch und fallen über andere her.

Die zunächst mystische Komponente verschwindet fast gänzlich und weicht reinem Psycho-Terror, was trotz glaubhafter Schauspielleistungen nicht wirklich fesseln kann, zumal etwaige Motivationen kaum nachvollziehbar erscheinen. Ohnehin handeln einige Soldaten komplett irrational und das sogar, bevor man überhaupt auf die Frau hinter der Mauer stößt.
So wird die Truppe reihum dezimiert, wobei die Ableben kaum Material für Splatterfans bieten. Insgesamt gibt es lediglich ein offenes Bein und später eine entsprechende Amputation, wobei das Geräusch der Säge das Nichtgezeigte angemessen ersetzt.

Am Ende bietet „The Squad“ eine Mischung aus Psycho-Thriller, Drama und leicht mystischem Horror, die schon aufgrund der Laufzeit von fast 108 Minuten und zahlreichem Leerlauf kaum zünden kann. Atmosphärische Ansätze sind vorhanden, doch auf dramaturgischer Ebene ist man im letzten Drittel kaum mehr konzentriert bei der Sache und das Schicksal der letzten Überlebenden ist einem nahezu gleich.
Zu ereignislos, zu selten spannend und nur phasenweise von einer düsteren Stimmung durchzogen, - als nichts, was Freunde dunkler Materie mitfiebern lässt.
3,5 von 10

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